Maria Mesrian
Maria Mesrian

26.07.2020 - 18:00

An diesem Tisch ist jed*er wichtig Maria Mesrian

Das Papstschreiben "Querida Amazonia" hat viele Frauen enttäuscht. Maria Mesrian, katholische Theologin und Aktivistin von Maria 2.0, aber begrüßt dieses Schreiben. Ausdrücklich. 

Maria Mesrian hat einen übervollen Terminkalender. Als fünffache Mutter ist sie natürlich sowieso sehr beschäftigt. Aber seitdem Maria Mesrian Aktivistin bei Maria 2.0 ist, ist sie auch noch andauernd unterwegs. Organisiert Veranstaltungen, kümmert sich um Gottesdienste oder gibt Interviews. In diesem Fall: DOMRADIO.DE.

Es liegt an uns, wie Kirche aussieht

Gleich zu Beginn der Sendung will ich von der katholischen Aktivistin wissen, warum ausgerechnet sie, die doch für Frauenrechte in der Kirche streitet, das mit Spannung erwartete Papstschreiben "Querida Amazonias" begrüßt? Soviel sei hier verraten, es läge an uns, wie Kirche aussieht. Und die Weihe sei Teil des Problems, nicht der Lösung.

Eigentlich wollte Maria Mesrian nach ihrem Theologiestudium und den Jahren beim ZDF in der Presseabteilung nur zwei Dinge: Ihre Kinder großzuziehen. Und ihren eigenen Kindern und den Kindern in der Gemeinde als engagierte Katechetin den katholischen Glauben weitergeben. Aber dann kam ein Moment, in dem nicht beides zugleich ging.

Sakramente wirklich verstehen

Eines ihrer Kinder stellte im Grundschulalter eine Frage zur Kirche, auf die sie nicht guten Gewissens habe antworten können. In der Sendung erzählt sie, was sie dem Kind geantwortet hat – und wie aus dieser Antwort ihr Engagement im Netzwerk Maria 2.0 geworden ist.  

Ein zweiter Wendepunkt ist die Anfrage einer Bekannten. Eine junge Mutter, an Krebs erkrankt, hat kurz vor ihrem Tod den Wunsch getauft zu werden: von Maria Mesrian. Maria Mesrian erzählt von dieser Bitte so bewegend und intensiv in dieser Sendung, als wäre ich dabei gewesen. Auch für sie selbst geschieht etwas Außerordentliches: "Da erst habe ich von innen verstanden, was Sakramente sind: Zeichen des Heils."

An diesem Tisch ist jed*er willkommen

Als Kind ist Maria Mesrian in einer Familie aufgewachsen, in der nach den brutalen Erlebnissen der Nazizeit und des Weltkrieges, die Fragen nach dem Sinn des Lebens offensiv und existentiell gestellt wurden. Der Vater, der erst Theologie studierte und dann Arzt wurde, ist Zeit seines Lebens Freunden aus dem Theologiestudium verbunden geblieben. Diese trugen Gott und Weite ins Elternhaus.

So sehr, dass Maria Mesrian selbst katholische Theologie studieren wollte. Warum sie damals anschließend keine Aufgabe in der Kirche anstrebte und warum es ihr auch heute nicht um Ämter geht, erzählt sie so engagiert wie gelassen, in dieser Sendung.

Und schafft bei diesem Erzählen immer neu erstaunliche Momente: z.B. als sie von einem Gottesdienst in Frankfurt erzählt, bei dem die Hymne von Maria 2.0, an diesem Tisch ist jed*er willkommen zu einer bleibenden Erfahrung wurde.  

Moderation: Angela Krumpen
(DR)