Auf der Museumsinsel Hombroich
Auf der Museumsinsel Hombroich
Manfred Möthrath
Manfred Möthrath
Hommage an Beuys von seinem Schüler Anatol
Hommage an Beuys von seinem Schüler Anatol
Schild am Atelier des Beuys Schülers Anatol
Schild am Atelier des Beuys Schülers Anatol
Ein Arm der Erft auf der Museumsinsel Hombroich
Ein Arm der Erft auf der Museumsinsel Hombroich
Auf der Museumsinsel Hombroich
Auf der Museumsinsel Hombroich

17.10.2021 - 18:00

Den Traum aufgeben, um ihn zu retten Manfred Möthrath

Vom Bahnhof zum Alten Stellwerk. So geht, ganz kurz gesagt, die Geschichte des Fotografen Manfred Möthrath während der Pandemie und handelt von einem Traum, der nur gerettet werden konnte, indem er aufgegeben wurde.

Wem das zu jetzt mysteriös klingt – keine Sorge, wir haben fast eine Stunde Zeit, um die ganze Geschichte vom Bahnhof und der Pandemie und dem Traum und der Kunst und Beuys und überhaupt die Geschichte von Manfred Möthrath zu erzählen. Wie für so viele Selbstständige stand für Manfred Möthrath in der Pandemie plötzlich die ganze Existenz auf dem Spiel.

Schnelle Entscheidungen

Zu einer Zeit, im Frühjahr letzten Jahres, als es noch viele Menschen gab, die Corona für eine Grippewelle hielten, die kommt und wieder geht, hat der Bruder und Gesellschafter von Manfred Möthrath sich hingesetzt, alles über die spanische Grippe und das Coronavirus analysiert und prophezeit: „Es wird drei bis vier Wellen verteilt über zwei Jahre geben.“

„Als Künstler vertraue ich der Wissenschaft und auch meinem Bruder“, sagt Manfred Möthrath. Eine Pandemiewelle hätte er vielleicht überstanden, aber vier? „Gleichzeitig zu diesen Überlegungen klingelte den ganzen Tag das Telefon, weil Menschen ihre Fototermine absagten“, erzählt Manfred Möthrath heute, „aber die Kosten für die Miete des 300qm² Bahnhofes, die blieben ja bestehen.“

Vom Bahnhof zum Stellwerk

Manfred Möthrath hat sich dann schnell entschieden und schnell gehandelt. Was alles zu tun war, welche Rolle die Familie spielte und welche Hürden leicht und welche schwerer zu nehmen war, erfahren Sie in der Sendung.

In jedem Fall musste der Fotograf den Mietvertrag für sein Atelier, einen stillgelegten Bahnhof an der durchaus malerischen kleinen Rur in die Eifel gelegen, nach 26 Jahren kündigen. Und anders weitermachen. Während er Übertags seine Probleme wälzte, zeigte ihm ganz buchstäblich nachts ein Traum die Lösung. Aber die Geschichte ist so schön, dass Sie sie am besten selbst anhören.

Die Weichen neu stellen

Jedenfalls hat Manfred Möthrath im Endeffekt ganz buchstäblich die Weichen neu gestellt. Zum stillgelegten Bahnhof gehört ein altes Stellwerk. Der Fotograf verkleinerte Mietvertrag und Atelier auf diese 40 qm² und machte ansonsten die Natur zu seinem neuen Studio. „In meinen Outdoorshootings habe ich die Kunst wiedergefunden“, sagt Manfred Möthrath heute und wirkt dabei ziemlich glücklich.

In der Sendung erzählen wir natürlich auch die Geschichte von Manfred Möthrath. Ein Kindheitstraum spielt dabei eine besondere Rolle, einer, der ihn beinah zur Kunstakademie und Joseph Beuys geführt hätte. Wie dann doch alles ganz anders kam, ist aber für sich genommen schon eine zauberhafte Geschichte.

Die Geschichte will aber vor allem erzählt werden, weil sie so beispielhaft ist und auf die Spielräume hinweist, die uns immer zur Verfügung stehen. Und die wir erst entdecken, wenn wir Dinge wie eine Pandemie, die wir nicht ändern können, akzeptieren. Manchmal gehen wir dann Ende aus einer großen Krise stärker und vielleicht sogar einen Hauch glücklicher hervor. Ich wünsche viel Hörvergnügen.