Frauen mit einem Plakat bei einer Mahnwache (Archiv)
Frauen mit einem Plakat, das die Muttergottes mit zugeklebtem Mund zeigt, bei einer Mahnwache
Lisa Kötter
Lisa Kötter
Kundgebung von Maria 2.0 vor dem Kölner Dom
Kundgebung von Maria 2.0 vor dem Kölner Dom
Maria 2.0 in Münster: Andrea Temming (kfd), Adelheid Kellinghaus (Maria 2.0), Lisa Kötter (Maria 2.0), Judith Everding (kfd)
Maria 2.0 in Münster: Andrea Temming (kfd), Adelheid Kellinghaus (Maria 2.0), Lisa Kötter (Maria 2.0), Judith Everding (kfd)
Kundgebung von Maria 2.0 vor dem Kölner Dom
Kundgebung von Maria 2.0 vor dem Kölner Dom

28.02.2021 - 18:00

Maria 2.0. Warum es um Liebeskummer und Solidarität geht Lisa Kötter

Lisa Kötter ist Künstlerin. Am Abend als sie Maria 2.0 mitgegründete, konnte sie nicht schlafen, malte eine Marienikone und verschloss ihr dann den Mund. Eine Sendung über Liebeskummer und Solidarität.

Für diese Sendung treffe ich Lisa Kötter an dem Ort, an dem mit Maria 2.0 alles anfing, in Münster. Lisa Kötter nimmt sich viel Zeit, schenkt mir einen halben Tag lang ihre Gastfreundschaft. Danach ist mir vieles klarer. Zum ersten Mal verstehe ich, worum es Lisa Kötter an jenem Abend, an dem Maria 2.0 entstand, wirklich ging: um Fassungslosigkeit aus der Solidarität wuchs.

Liebeskummer und Solidarität

So fassungslos hatte Lisa Kötter die Dokumentation „Das Schweigen der Hirten“ aus dem Jahr 2018  gemacht. Lisa Kötter wusste immer, dass es Missbrauch in der Kirche gab, „aber ich dachte, das sind Einzelfälle. Ich wusste nichts über das weltweite System des Vertuschens und Versetzens“.

Lisa Kötter und die Frauen, mit denen sie sich an jenem Abend trifft, sind der Kirche eng verbunden. Sie treffen sich eigentlich, um eine Papstenzyklika gemeinsam zu lesen. Es ist diese enge Verbundenheit, die heftigen Liebeskummer mit der Kirche auslöst. Wie dieser Liebeskummer aussieht, was dagegen hilft und was nicht – das hören Sie in der Sendung.

Gewissen und Gehorsam

Widerstand aus Gewissensgründen. Diese Haltung hat Lisa Kötter gleich mehrfach in die Wiege gelegt bekommen. Warum eine ihrer Großmütter, alleine mit vier Kindern, aus christlichen Gewissensgründen Widerstand leistete, von der Gestapo verhaftet wurde und nur knapp der Deportation entging? Erzählt Lisa Kötter anrührend und voller Respekt.

Aufgewachsen in einer konservativen, sehr katholischen Familie war die Jugend von Lisa Kötter geprägt von Diskussion und Abenteuer. Wie sie schon mit 17 als Schülerin auszog, mit 22 Mutter wurde, vier Kinder als Künstlerin großzog – an diese wilden Zeiten denkt Lisa Kötter gerne zurück.

Schweigen war gestern

Obwohl die Bewegung Maria 2.0 noch so jung ist, ist doch unglaublich viel in der kurzen Zeit passiert. „Schweigen war gestern“ heißt das Buch, in dem Lisa Kötter über den Aufbruch der Frauen nachdenkt und in dem sie das Herz der Bewegung schildert: Die Sehnsucht nach einer Kirche, die Jesus folgt und wie er die Menschen liebt.

Eine Liebe, in der Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Eine Liebe, in der das Leid der Schutzlosen wichtiger ist, als die Macht und die Makellosigkeit der katholischen Kirche.

Wie es um Lisa Kötters ganz eigenen Liebeskummer steht, wie es mit den „Marias“ von Maria 2.0 weitergeht und wie viel Mut in Demut steckt? Hören in dieser Sendung Menschen, die so aufrichtig ist, dass es zwischendurch heftig weh tut. Aber sonst wäre es ja auch kein Liebeskummer.

Moderation: Angela Krumpen