Pfarrer Franz Meurer
Pfarrer Franz Meurer

09.08.2020 - 18:00

Glaube, Gott und Currywurst Franz Meurer

Das neue Buch von Pfarrer Franz Meurer, "Glaube, Gott und Currywurst" hat es in die Spiegelbestsellerliste geschafft. Vielleicht, weil die Botschaft heißt: unser Platz ist bei den Menschen?

Während der Coronapandemie müssen wir die Sendung Menschen auf Distanz, also online, aufnehmen. Das hat seine eigenen Tücken. Die Sendung mit Franz Meurer haben wir deswegen gleich dreimal aufgenommen, einmal war es das Internet, das zweite Mal ein Stromausfall. Aller guten Dinge waren auch in diesem Fall: drei. Vielen Dank für dieses dreifache Zeitgeschenk und die dreifach, geradezu exponentiell, aufgebrachte Geduld!

Tätige Liebe heilt alle Wunden. Bloße Worte mehren nur den Schmerz.

Spiegelbestsellerliste! Das neueste Buch von Pfarrer Meurer „Glaube, Gott und Currywurst“ ist nicht nur am schönsten von all seinen Büchern geschrieben, sondern hat es auch in die Spiegelbestsellerliste geschafft. Vielleicht, weil das Buch in einer anderen, der Kirchenkrise, geschrieben wurde – aber in der Coronakrise gerade recht komme, mutmaßt Franz Meurer über seinen unerwarteten Erfolg.

Ein Buch darüber, was im ärmsten Viertel Kölns, mit 26 000 Einwohnern und 26% Alleinerziehenden, alles möglich ist, wenn alle zusammenhalten und sich umeinander kümmern, kommt in der Tat zur rechten Zeit. Vor allem, weil im Viertel von Franz Meurer angepackt wird, in jeder Hinsicht. Darauf angesprochen antwortet Franz Meurer in seiner herzlich-lakonischen Art mit Adolph Kolping: „Tätige Liebe heilt alle Wunden. Bloße Worte mehren nur den Schmerz.“

Gastfreundschaft und der Pfarrer putzt die Toiletten

In Kolpings Sinne versteht Franz Meurer alle Anstrengungen aller Mitarbeiter*innen in der Gemeinde als eine „Agentur der tätigen Nächstenliebe“. Dazu gehört, dass die Schulen, den Kirchenraum als Aula nutzen können, die Gesamtschule und die Hauptschule halten ihre Abschlussfeiern und verteilen Zeugnisse, die Grundschule zeigt im Kirchenraum an Ende der Zirkuswoche den Eltern, was die Kinder an Einrad – und Feuerschluckerkünsten gelernt haben.

„Dat is doch janz normal“, sagt Franz Meurer in seinem kölschen Zungenschlag dazu, in Afrika oder Lateinamerika fänden es doch auch alle ganz normal, wenn im größten Raum der Gemeinde alles stattfinde, das eben einen großen Raum brauche. Alles gastfreundlich miteinander teilen ist das eine, warum es aber wichtig ist, dass der Pfarrer Toiletten putze und überhaupt auf Macht verzichte, wenn er Autorität haben wolle – das erzählt Franz Meurer in der Sendung so, dass man es nie wieder vergessen kann.

Ausprobieren, reflektieren, weitermachen

Ich bin froh, dass das, was im sozialen Brennpunkt in Köln seit Jahrzehnten funktioniert, nun auch bundesweit Beachtung findet: schließlich ist hier viel entstanden, dass allen Menschen nützen kann. Wie z.B. die Privatisierung von 50 000(!) Wohnungen verhindert wurden? Oder ein neuer Beruf, ein Fachpraktiker für Altenpflege erfunden worden ist, die Pflege menschlicher macht und Förderschüler*innen in Lohn und Brot bringt? Hören Sie in dieser Sendung.

Warum Franz Meurer den alten Grundsatz: „sehen, urteilen, handeln“, in „ausprobieren, reflektieren und weitermachen“ wandelt und warum das in der Coronakrise vital für uns alle ist – hören Sie auch in der so engagierten, wie vergnüglichen Sendung Menschen mit Pfarrer Franz Meurer.

(Erstsendung 9.5.2020)

Moderation: Angela Krumpen