31.03.2019 - 19:00

Dr. Frank Wolff "Mauern in der Zeitgeschichte"

Historiker mit der Frage, was die Erbauer von Mauern damit bewirken wollten und was sie bewirkt haben.

Wenn über Migration und Asylrecht öffentlich geredet wird, ist in erster Linie von deren Begrenzung die Rede. Solange jedoch Migration vornehmlich in Formulierungs-Zusammenhängen von "Problem" und "Versagen" erörtert wird, erscheint sie als eine Gefahr unserer Kultur und Demokratie, gegen die wir uns durch starke Außengrenzen schützen müssen. Was aber leisten Grenzen, wenn man sie historisch betrachtet? Sie sind legitime und bewährte Mittel der Ordnungspolitik, also gut dafür geeignet, die Geltungsbereiche von Steuergesetzen, Wehrpflichtbestimmungen und ähnlichen nationalstaatlichen Vorschriften zu regeln. Hochgradig ineffizient werden Grenzen nach aller Erfahrung aber als Medium der Bevölkerungskontrolle. Dr. Frank Wolff, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien an der Universität Osnabrück, nimmt vor allem die Geschichte der Berliner Mauer in den Blick und folgert daraus, welche Mauern in den Köpfen der Menschen stecken können.

Dr. Wolff hielt seinen Vortrag im Februar 2019 im Domforum Köln.