Vatikan beschäftigt sich mit Wundern
Vatikan beschäftigt sich mit Wundern

01.04.2017 - 09:00

Zeichen und Wunder Wünschenswert?

"Es geschehen noch Zeichen und Wunder!", also, für mich klingt das nach befreiendem Stoßseufzer, wenn endlich etwas geklappt hat. Aber, sind "Zeichen und Wunder" wünschenswert?

Zeichen und Wunder sollte man sich eher nicht wünschen …

Das wird klar, wenn wir mitten hinein, in die "Zeichen und Wunder" der Bibel tauchen, in das Buch Exodus. Das Buch erzählt vom Auszug der Israeliten aus Ägypten. Da heißt es in einem Spruch Gottes im Kapitel 2 Vers 7: "Ich aber will das Herz des Pharao verhärten und dann werde ich meine Zeichen und Wunder in Ägypten häufen."

Gemeint sind da die zehn Plagen, die Gott den Ägyptern sendet, damit der Pharao die Israeliten endlich ziehen lässt …

Das Wasser von Bächen, Flüssen und Gewässern verwandelt sich zu Blut. Es folgen Plagen von Fröschen, Stechmücken, Hundsfliegen, eine Viehpest, die Beulenpest, Hagel, Heuschrecken, Finsternis und am Ende der Tod aller männlichen Erstgeborenen. All das Zeichen der Macht Gottes und Wunder – der sehr unangenehmen Art.

Warum ist "Zeichen und Wunder" heute so positiv besetzt?

Da kann man natürlich nur spekulieren. Aber, wenn man auf der Seite derer steht, die von Gott befreit werden, kann man sich ja auch beschützt und mächtig fühlen. Das mögen Menschen eben – bis heute. Das war aber auch schon zu Zeiten der alten Israeliten und Jesu so.

Neues Testament ruft bei "Zeichen und Wundern" zur Vorsicht auf

Jesus warnt davor, auf "Zeichen und Wunder" hereinzufallen. In Kapitel 24 Vers 23 folgende heißt es bei Matthäus: "Wenn dann jemand zu euch sagt: 'Seht, hier ist der Messias!', oder: 'Da ist er!', so glaubt es nicht! Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet auftreten und sie werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten irrezuführen."

Moderation: Babette Braun