28.05.2017 - 09:00

Was bedeutet das denn? Beffchen

Ein weißer, gesplitteter Kragen am Hals eines Evangelischen Pastors oder einer Pastorin das ist ein Beffchen und das hat einiges zusagen …

Genauer gesagt handelt es sich nämlich um zwei Leinenstreifen, die von einem Leinenstreifen vom Hals des oder der Geistlichen herab hängen und den oberen Brustbereich des Talars, also der Gottesdienstkleidung bedecken.

Achtung: Beffchen ist nicht gleich Beffchen!

Man könnte sagen: mit dem Beffchen wird sozusagen ein Geheimcode übermittelt. Denn an ihm kann man erkennen, zu welcher der protestantischen Gemeinschaften Geistliche gehören. Bei Reformierten sind die beiden Leinenstreifen fest miteinander vernäht, in der lutherischen Kirche ist der Kragen von oben bis unten geteilt – und die Träger der unierte Tracht liegen genau dazwischen: Da ist das Beffchen zur Hälfte geschlossen, zur Hälfte getrennt.

Beffchen vom König geschickt

Das Beffchen gehört seit dem 20. März 1811 zum Dresscode protestantischer Geislicher. Bestimmt hat dies König Friedrich Wilhelm III. von Preußen per Erlass: Dunkle Robe, weißer Halskragen. Mitgeliefert wurden damals sogar Schnittmuster für die Robe. Sie orientierten sich an historischen Vorlagen, also Gemälden von Luther und Calvin. Zu tragen waren die Roben, also der heutige Talar, bei Gottesdiensten und Amtsgeschäften.

Lustig anmutender Name …

Der Name kommt aus dem Lateinischen: "biffa" bedeutet zu Deutsch einfach "Halsbinde". Daraus hat der Volksmund dann eben Beffchen gemacht.

Im Internet findet man die Behauptung, das Beffchen sei zunächst als Schutz des Talars vor dem Bart des Geistlichen gedacht gewesen. Das würde erklären, warum evangelische Pastorinnen auch wahlweise einen einfachen weißen Kragen über den Talar tragen dürfen.

Allerdings, gibt es da auch noch die Hamburger Halskraus, die zum Beispiel in der Hansestadt allgemein zum Talar getragen wird, von Männern und Frauen …

Moderation: Babette Braun