22.05.2016 - 08:50

Sonntagsfrage: Fluchen im Namen Gottes? Verdammt!

Manchmal kann man gar nicht anders, manchmal rutscht es einem einfach raus: Ein Fluch oder ein böses Wort. Aber was, wenn so ein Fluch im Namen Gottes geschieht? Dürfen Christen fluchen?

Schon hinter einem vermeintlich harmlosen "verdammt nochmal" steckt eigentlich ein handfester Fluch, der so etwas meint wie "du sollst verdammt sein".
Wer dieses "verdammt" direkt an jemanden adressiert, der belegt einen anderen Menschen mit einem Fluch. In der Bibel geschieht genau das mit Sündern: Menschen, die etwas getan haben was sie ausschließt aus dem, was die christlichen Grundsätze vorsehen.
Indem man diese Menschen verflucht, sie "zum Teufel schickt", schiebt man sie auf die andere, die schlechtere Seite.

Jesses, Maria und Josef

Darf man das als Christ? Im Hinblick auf das dritte Gebot "Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen" sind Flüche eigentlich tabu. Denn selbst in den so unscheinbar klingenden Flüchen wie "Jesses", "Maria und Josef" oder "Herrjemine" taucht auf ganz unterschiedliche Art und Weise der Name Gottes auf.

Wer, um diese Frage auf Grundlage der Heiligen Schrift zu klären, in die Bibel blickt, bekommt ein sehr eindeutiges Ergebnis. Im 3. Buch Mose zum Beispiel steht:
"Welcher seinem Gott flucht, der soll seine Sünde tragen. Welcher des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Wie der Fremdling, so soll auch der Einheimische sein; wenn er den Namen lästert, so soll er sterben."

Papst Franziskus

Gleichzeitig aber leben Christen in der Gewissheit der Sündenvergebung und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Papst Franziskus noch vor kurzem zu diesem Thema gesagt hat: "Vor Gott mit seinem Schicksal zu hadern, und zu fluchen, ist keine Sünde". Der Papst meint ein Fluch tue der Frömmigkeit keinen Abbruch und menschliche Not dürfe nicht moralisierend und akademisch betrachtet werden.