Köbes nach Feierabend im Brauhaus
Köbes nach Feierabend im Brauhaus

31.01.2016 - 08:50

Pampiger Pilger am Pittermann Sonntagsfrage: Warum heißt der Köbes Köbes?

Die blau gewandeten Kellner der Kölner Brauhäuser werden "Köbes" gerufen. Sie sind nicht aus der Ruhe zu bringen, um keine spitze Bemerkung verlegen und ihre Aufmerksamkeit dem Gast gegenüber hängt häufig davon ab, ob er ihnen sympathisch ist. Aber woher haben sie eigentlich ihren Namen?

Auf dem Weg zum Heiligen Jokobus

Der Name Köbes stammt aus der Zeit der Wallfahrten zum Heiligen Jakobus nach Santiago de Campostela. Einer der Hauptpilgerwege führt über Köln. Zu dieser Zeit war es für viele Christen ein Muss die Strapazen der Pilgerreise nach Spanien auf sich zu nehmen. Einigen von Ihnen – sie waren nicht alle wohlhabend – ging unterwegs das Geld aus. Sie mussten sich also nach einer Tätigkeit umsehen, um ihre Reisekasse aufzubessern.

So mancher von ihnen heuerte dann als Kellner in einer der vielen Kölner Kneipen an. Den Kölner Gästen waren die Namen der wechselnden Bedienungen entweder nicht bekannt oder es viel ihnen schwer, die oft fremdländischen Namen auszusprechen. Sie machten es sich – ganz kölsche Art – einfach und nannten alle Kellner nur nach dem Apostel, dessen Grab die Pilger aufsuchen wollten, verniedlichend: Jaköbchen. Daraus wurde dann nach und nach der eingekölschte Name Köbes.

Der Köbes als Namensgeber

Der Köbes ist assoziativer Namensgeber für eine Vielzahl von Begriffen. In Köln und im weiteren Umland heißen sowohl einige Dutzend Gasthäuser "Zum Köbes" oder ähnlich als auch mindestens eine Karnevalsgesellschaft. Außerdem heißt die Hausband der Kölner Stunksitzung Köbes Underground. Köbes ist außerdem der Name eines Kölner Kräuterbitters.

Das Institut für deutsche Sprache und Literatur II der philosophischen Fakultät der Universität zu Köln veröffentlicht die "Kölner Beiträge zur Sprachdidaktik" unter der Kurzbezeichnung KöBeS.

Übrigens: Da sich auch andere Arbeitssuchende damals als Pilger ausgaben und den Kölnern Bier kredenzten, traten die Kneipengäste diesen misstrauisch gegebenüber. Es bürgerte sich die Redewendung ein: "Das ist aber auch nicht der wahre Jacob".