08.10.2017 - 08:20

Kopfbedeckungen und Kirche Hut ab ?!

Wenn "Mann" eine Kirche betritt, dann muss die Kopfbedeckung runter. "Frau" darf sie aufbehalten. Dafür gibt es mehrere Gründe ...

Der erste Grund ergibt sich aus der Bibel. Da heißt es bei Paulus im 1. Brief an die Korinther Kapitel 11 Vers 4 Folgende: "Wenn ein Mann betet oder prophetisch redet und dabei sein Haupt bedeckt hat, entehrt er sein Haupt. Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt." Und in der Tat war es in Deutschland bis in die 1960er Jahre noch üblich, dass die Frauen Hut oder Tuch trugen, wenn sie die Kirche betraten. Aber, ganz wichtig, eine verbindliche Kleiderordnung für Kirchenbesucher gibt es nicht.

Ehre und Herrschaft oder Abglanz Gottes

Die zweite Begründung für das Abnehmen des Männerhutes beim Betreten der Kirche ist: Die jeweiligen Kopfbedeckungen eines Mannes in früheren Zeiten waren Zeichen für Ehre und Herrschaft. Im Kirchengebäude gebührt jedoch allein Gott diese Ehre. Daher musste auch der stolze Ritter im Mittelalter den Helm abnehmen. Aber, an dieser Begründung könnte man auch zweifeln.

Bei Paulus im 1. Brief an die Korinther heißt es nämlich weiter: "Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, weil er Abbild und Abglanz Gottes ist." Das bedeutet ja nun eigentlich, dass der Mann sich durch absetzen des Hutes in die Ehre selbst mit einschließt. Und - was einer modernen Frau weh tut - da liegt auch der Grund, warum Frauen demnach Hut oder Tuch in der Kirche tragen dürfen. Paulus sagt: "Die Frau aber ist der Abglanz des Mannes." Daher soll sie aus Demut vor Gott ein Kopftuch tragen, so der Apostel.

Um so beruhigender, dass Frau mittlerweile auch ohne Kopfbedeckung in die Kirche gehen darf.

Abgrenzung

Es gibt möglicherweise noch einen dritten Hintergrund dafür, dass der christliche Mann im Kirchengebäude keine Kopfbedeckung tragen sollte - der könnte Abgrenzung sein.
Wenn man sich durchs Netz wühlt, dann findet man die Begründung, dass Christen sich so vom Judentum abheben wollten. Ein jüdischer Mann tritt nicht ohne "Kippa" vor Gott.
Abwegig erscheint so ein Beweggrund nicht, wenn man sich die Menschen so ansieht. Wahrscheinlich sind alle drei Begründungen mit eingeflossen in die Regel, dass in katholischen Kirchengebäuden Männer keine Kopfbedeckung tragen sollen.

Moderation: Babette Braun
(DR)