06.08.2017 - 06:30

Mozarts "Krönungsmesse" in der Vorstellung Messe nicht nur für gekrönte Häupter

Die so genannte "Krönungsmesse" wird von ambitionierten Kirchenchören und an vielen Kathedralen durch die jeweiligen Dommusiken regelmäßig aufgeführt.

Die Missa in C KV317 – wie die Krönungsmesse offiziell heißt – schafft es, in nur rund 25 Minuten Aufführungsdauer den lateinischen Text in vielen Facetten darzustellen. Der Beiname ist nicht von Mozart, der eigentliche Anlass für die Entstehung war wohl ein Hochfest.

19 Vertonungen der Katholischen Messe gibt es von Wolfgang Amadeus Mozart - nicht mit eingerechnet das unvollendet gebliebene Requiem in d-moll KV 626. Grundsätzlich unterscheiden Musikwissenschaftler bei diesen Kompositionen zwischen der „Missa brevis“, also Messvertonungen für gewöhnliche Sonntage, die eher knapp gehalten sind, mit kleinerem Orchester und nur kurzem Solistenpassagen im Gegensatz zur „Missa solemnis“. Diese „festlichen“ Messen waren für hohe kirchliche Feiertage bestimmt und entsprechend länger, ausführlicher und reicher konzipiert. Die Krönungsmesse wurde wohl 1779 an Ostern im Salzburger Dom uraufgeführt. Ostern ist ja ein sogenanntes Hochfest, entsprechend prachtvoll musste die Musik sein.

Zum Zeitpunkt der Entstehung der Krönungsmesse war Mozart gerade mal 23 Jahre alt und Hoforganist beim Salzburger Fürsterzbischof, mit dem er aber nicht gut auskam. Die Bezeichnung der Messe als Krönungsmesse etablierte sich erst nach Mozarts Tod. Hintergrund ist, dass das Werk recht schnell beliebt wurde und vor allem bei Gottesdiensten zu Kaiser- und Königskrönungen aufgeführt wurde. Eine andere These sagt, dass Mozart die Messe für den 20. Juli 1779 schrieb zur Erinnerung an die Krönung des Gnadenbildes in der Wallfahrtskirche Maria Plain bei Salzburg. Doch diese Vermutung lässt sich nicht belegen, hingegen datierte Mozart das Werk persönlich auf den 23. März 1779. Das spricht stark dafür, dass die Messe tatsächlich für das Osterfest im Salzburger Dom geschrieben wurde.  Der Beiname Krönungsmesse wurde erstmals 1873 schriftlich festgehalten. Auffällig ist die deutliche klangliche Trennung zwischen den Gesangssolisten und dem Chor. Außerdem ist das Werk umfangreich instrumental besetzt, besonders den beiden Oboen kommt eine besondere Rolle zu. Auffallend klangschön ist das Agnus Die komponiert, aus dem Musikwissenschaftler Parallelen zu einer Arie der Gräfin in der Oper Figaros Hochzeit heraushören.

Neben der unvollendet gebliebenen Großen Messe in c-moll ist die Krönungsmesse wohl Mozarts beliebteste Messvertonung.

 

(Erstsendung: 02.08.2015, Wiederholung 17.07.2016)

Moderation: Mathias Peter