02.10.2016 - 06:30

Bibers Rosenkranzsonaten in der Vorstellung "Brilliant virtuose Werke"

Der Oktober gilt als Rosenkranzmonat. Diese Tradition ist seit dem Mittelalter belegt. Der Rosenkranz ist ein meditatives, sich wiederholendes Gebet, das seit Jahrhunderten gebetet wird.

 In ihm werden verschiedene Glaubensgeheimnisse betrachtet, so genannte Mysterien. Deswegen heißen die Rosenkranzsonaten für Violine solo und Generalbass von Heinrich Ignaz Franz Biber auch Mysteriensonaten. Biber vertonte vor mehr als 300 Jahren 15 Mysterien aus dem Leben der Gottesmutter Maria und von Jesus Christus. Er war seinerzeit ein berühmter Komponist und Violinvirtuose. Viele Sonaten für sein Paradeinstrument schrieb Biber. Doch er war als Musiker durchaus vielseitig. So war er Hofkapellmeister in Salzburg und verblüffte auch als Komponist seine Zeitgenossen. Denn er schrieb beispielsweise die monumentale 53stimmige Missa Salisburgensis für den Salzburger Dom, mit der er bis an Grenzen der Mehrstimmigkeit ging. Er schrieb neben dieser Messe auch einiges an geistlicher Musik.

Der Rosenkranz ist ein meditatives, sich wiederholendes Gebet, das seit Jahrhunderten gebetet wird. In ihm werden verschiedene Glaubensgeheimnisse betrachtet, so genannte Mysterien. Deswegen heißen die Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber auch Mysteriensonaten. Er vertonte 15 Mysterien aus dem Leben der Gottesmutter Maria und von Jesus Christus. Jeder Sonate ist ein Kupferstich in Form eines Medaillons vorangestellt. Die Sonaten 6 bis 10 betrachten zum Beispiel die sogenannten 5 schmerzhaften Mysterien. Im Zentrum steht die Folter von Jesus aus Nazareth nach seiner Verhaftung. Dann folgen die musikalischen Beschreibungen des Kreuzganges und schließlich Jesu Tod am Kreuz.  Hier deutet die instrumentale Musik sehr eindringlich das Geschehen

Neben diesen dramatischen Ausbrüchen sind diese Sonaten insgesamt eher meditativ gehalten und reflektieren das biblische Geschehen eher zurückhaltend. Eine besondere Farbigkeit erhält jede der 15 Sonaten durch einen besonderen Trick, den Biber als Geiger anwendet. Er stimmte – vereinfacht gesagt – für jede Sonate das Instrument um. Durch diese Maßnahme und der inhaltlichen Rückbindung an den Rosenkranz stellen die 15 Sonaten eine absolute Besonderheit in Musikgeschichte dar.

 

(Erstsendedatum: 04.10.2015)