Smartphones haben Suchtpotential
Smartphones haben Suchtpotential

09.03.2017 - 10:00

Alternativtrend E-Fasten Ein Leben ohne Smartphone?

Fasten bedeutet für viele Menschen weniger essen. E-Fasten - elektronisches Fasten beschreibt die Abstinenz von elektronischen Geräten und Diensten. Das Smartphone mal ein paar Tage weglegen, nicht in sozialen Netzwerken surfen oder posten. Das dürfte vielen Menschen heute mindestens genauso schwer fallen wie auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Soziale Medien sind in unserem Leben allgegenwärtig und können in die Abhängigkeit führen. Die Fastenzeit bietet die Möglichkeit für eine Zäsur. Keine Sorge, Sie müssen nicht ganz auf ihr Smartphone verzichten. Schärfen Sie ihr Bewußtsein und dosieren Sie den Einsatz elektronischer Medien. Versuchen Sie aktiv zu leben statt passiv zu surfen, denn das Leben findet im Hier und Jetzt statt, nicht im sozialen Netzwerk.

Ihr Leben folgt dem Takt von E-Mails, Nachrichten, Posts und Textmeldungen. Arbeitgeber, Familie und Geschäftspartner glauben, dass wir sieben Tage pro Woche während 24 Stunden erreichbar sind. Haben Sie schon mal zusammengerechnet, wie viel Zeit Sie pro Tag am Bildschirm verbringen? Wie oft und wie lange schauen Sie täglich auf ihr Handy? Das Smartphone ist Lexikon, Fernseher, Zeitung, Stereoanlage, Telefon, Fotoapparat und vieles mehr geworden. Wer wiederholt und ziellos übermäßig viel Zeit in sozialen Netzwerken verbringt, kann süchtig werden oder schon abhängig sein von der Droge der elektronischen Medien.

Wie verändert der ständige Blick aufs Smartphone uns, unsere Familien, unsere Gesellschaft? Warum zucken wir zusammen, wenn unser Handy piepst, während wir gerade im Restaurant unser Essen serviert bekommen? Warum können wir es trotzdem nicht lassen, mal eben kurz zu gucken, wer da was von mir will, auch wenn wir gerade ein gutes Gespräch führen oder entspannt im Park spazieren gehen?  Es könnte wichtig sein, ist eine beliebte Begründung für dieses Verhalten. Ist das gute Gespräch, meine Erholung beim Spaziergang im Park oder das leckere Essen auf meinem Teller nicht wichtig? Was könnten wir in der Zeit, die wir in sozialen Netzwerken verbringen, alles erleben?

 

E-Fasten - wie geht das? Wie stöpselt man sich aus den sozialen Medien aus? Wie können Sie ihre Abhängigkeit von sozialen Netzwerken verringern?
 

Tipps zur Selbstkontrolle und Selbstdisziplin:

Sie müssen ja nicht gleich ganz auf elektronische Dienste verzichten. Wahrscheinlich können Sie das auch gar nicht, weil Sie - wie die meisten Menschen - am Bildschirm arbeiten müssen. Aber wie wäre es, wenn Sie in der Fastenzeit mal eine oder mehrere der folgenden Möglichkeiten ausprobieren?

1. nur zu bestimmten Tageszeiten mails lesen oder soziale Netzwerke nutzen, z. B. einmal morgens und einmal abends

2. Zeit der Mediennutzung begrenzen, z.B.pro Tag nicht länger als eine halbe Stunde

3. bestimmte Orte ausschließen, z.B. Smartphone nicht im Bett, nicht in der Bahn, nicht im Restaurant benutzen

4. Klingeltöne und Benachrichtigungstöne ausschalten

5. Apps der sozialen Netzwerke vom Smartphine löschen

6. Mutige versuchen es einen ganzen Tag ohne Smartphone oder vielleicht sogar ein Wochenende.

 

Wie geht es Ihnen, wenn Sie mal das Smartphone zu Hause lassen? Wenn Sie Lust haben, schreiben Sie uns über ihre Erfahrungen beim E-Fasten an info@domradio.de.

Gast: Burkard Severin, Katholische Ehe-, Familien und Lebensberatung Bonn
 

Moderation: Dagmar Peters