21.04.2013 - 06:30

4. Sonntag der Osterzeit BWV 12 „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“

Die Kantate zum heutigen vierten Sonntag der Osterzeit, zum Sonntag „Jubilate“ ist wohl das zweite Werk mit dem Bach nach seiner Ernennung zum Konzertmeister seiner Verpflichtung nachgekommen ist, monatlich neue Stücke für den Gottesdienst der Weimarer Schlosskapelle zu liefern. Uraufführung war der 22. April 1714. Der Text stammt von Salomon Franck und der Dichter folgt den Gedanken des Sonntagsevangeliums.

Bestimmend ist der Kontrast „Traurigkeit – Freude“, der das ganze Werk, sowohl textlich als auch von der Musik her durchzieht. Nach einem Instrumentalsatz, den Bach seiner Kantate voranstellt, folgt der Eingangssatz. Und der erinnert textlich an die Christusworte „Ihr werdet weinen und heulen“.

In seinen letzten Lebensjahren hat Bach den Hauptteil dieses Chores mit neuem Text versehen und  zum Cruzifixus der h-moll-Messe umgestaltet und somit  erneut verwendet. Dem Eingangssatz folgt im Rezitativ, dem dritten Satz, erneut ein Bibelwort, die Stelle aus der Apostelgeschichte, in der es heißt: „Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen“. Das Wort von der Traurigkeit, das in Freude verwandelt werden soll und ursprünglich den Jüngern zugesprochen wurde, gilt auch heute noch für jeden Christen.

Es folgen drei Arien, in denen zunächst dem Leiden des Christen das Leiden Christi als Trost gegenübergestellt wird. Diese erste Arie ist von ungeheurem Ernst und sehr ausdrucksvoll gestaltet.

Dieser Trost Christi führt zu dem Entschluss, das Leiden in der Nachfolge Christi auf sich zu nehmen. Davon ist im fünften Satz die Rede. Diese Nachfolge, von der der Text spricht, wird von Bach musikalisch in der Form hörbar gemacht, dass das Thema der Arie sozusagen die beiden Violinstimmen und die Continuobegleitung durchwandert.

In der dritten Arie dann der Trost, dass es nur „ein kleines“ sei, wie es im Text heißt, bis alle Traurigkeit vergangen sei. Das heißt: Die Freude rückt in greifbare Nähe und wird auch deutlich hörbar. Indem Bach nämlich  schon kurz nach dem Einsetzen des Tenors die Trompete mit einem Zitat aus der Choralmelodie „Jesu, meine Freude“  beginnen lässt.

Mit der letzten Strophe des Liedes „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ von Samuel Rodigast, einem Textdichter des 17. Jahrhunderts, endet die Kantate.