Hubertus Meyer-Burckhardt
Hubertus Meyer-Burckhardt

30.03.2016 - 11:09

Hubertus Meyer-Burckhardt über "Meine Tage mit Fabienne“ Lebenshoffnung statt Lebenserwartung

"Wenn ich meine Frau frage, wann wollen wir mal dies oder das machen? Dann sagt sie ´Ja, jetzt …!´“ Hubertus Meyer-Burckhardt hat seinem neuen Roman "Meine Tage mit Fabienne“ das Motto „Ja, jetzt …!“ voran gestellt.

"Kannstatt ist ein sympathischer alter Knochen, er liebt das Leben, er liebt die Frauen, und er hat ein fast erotisches Verhältnis zum Alleinsein“, so beschreibt Hubertus Meyer-Burckhardt den Helden seines neuen Romans. Kannstatts Leben gerät in Bewegung, als die junge Fabienne auftaucht und in dem Haus, wo er wohnt, ein Hutgeschäft aufmacht. "Sein Stil ist es nicht, die Gunst einer Frau zu bemühen, die dreißig Jahre jünger ist“, sagt der Autor, "aber er findet es faszinierend, mit welcher Unbekümmertheit sie ihr Leben lebt“. Fabienne und Kanstatt bleiben zwar auf Distanz, "aber jeder löst im anderen etwas aus, was gut ist", sagt Meyer-Burckhardt, "beide kommen aus ihrer Komfortzone heraus und geben ihrem Leben eine neue Wendung“.

Träume nicht auf die lange Bank schieben

So verlässt Kannstatt seine geliebte Wohnung und reist nach Mallorca – dort begegnet er Fabienne erneut. "Fabienne löst in ihm aus, einen Traum umzusetzen, den er ohne Fabienne nie hätte umsetzen können“, sagt Meyer-Burckhardt. Mitreißend erzählt der Autor die Geschichte zweier Menschen, die ganz unterschiedlich sind, die sich kurz begegnen, miteinander verhäkeln und dann wieder auseinander gehen. Am Ende erkennt der Romanheld, dass er seinen Traum, einmal ein Restaurant zu eröffnen, nicht auf die lange Bank schieben darf, sondern: "Ja, jetzt!“ angehen muss.

Ich kann vom lieben Gott nicht erwarten, dass ich alt werde.

Meyer Burckhardt appelliert so auch an die Leser, die Verwirklichung eigener Träume nicht auf das Rentenalter zu verschieben. "Lebenserwartung ist ein arroganter Begriff“, sagt der Autor, "erwarten kann man, dass ich mich gut benehme, dass ich das Essen im Restaurant bezahle, dass ich ihnen nicht auf das Mikrophon haue. Das ist eine Erwartung, die legitim ist, aber ich kann vom lieben Gott nicht erwarten, dass ich alt werde, und deshalb plädiere ich dafür, den Begriff Lebenserwartung durch Lebenshoffnung zu ersetzen“.