30.04.2013 - 12:43

"Da brizzeln die Drähte im Gehirn" Thomas Meinecke über die Eucharistie

Thomas Meinecke ist Musiker und einer der bekanntesten DJ´s in Deutschland. Aber Thomas Meinecke ist auch Schriftsteller - und er ist katholisch. "Das Geheimnis des Glaubens, die Eucharistie fasziniert mich", sagt er im domradio.de Interview. "Brot und Wein werden Fleisch und Blut - das kann man nicht mehr denken, und man hat doch Begriffe dafür. Da brizzeln die Drähte im Gehirn". Besonders als Schriftsteller findet er es beeindruckend, wie hier Worte und Dinge zusammen fallen. "Das Symbol und die Sache werden eins. Das gibt es sonst gar nicht", schwärmt er und nennt die Eucharistie zeichentheoretische Wollust.

Normalerweise zieht er mit einem großen Plattenkoffer durch das Land. Thomas Meinecke ist Musiker und einer der bekanntesten DJ´s in Deutschland. Aber er ist auch ein bedeutender Romanautor. Und da fließen immer wieder katholische Themen in seine Bücher ein. "Jungfrau" heißt zum Beispeil ein Roman, der sich auch mit der Aktualität der katholischen Eucharistie befasst.

Auch in seinem neuen Buch mit dem Titel "Lookalikes" geht es um die katholische Wandlung. Das Thema Identität und Authentizität beschäftigt den Autor. Meinecke läßt in "Lookalikes" Menschen auftreten, die für Doppelgänger Agenturen arbeiten. Mit Justin Timberlake, Josephine Baker und Marlon Brando begibt sich Meinecke auf die Spuren des Starkults. Während der Autor an dem Roman schrieb, reiste er im Rahmen eines Stipendiums nach Brasilien und studierte dort die afro-brasilianische Religion der Candomble´. Auch die Südamerika-Reise hat Meinecke in seinen Roman eingearbeitet. Im Candomble´ Ritus "gewinnt der Gläubige die Fähigkeit, sich in einen Gott zu verwandeln; oder genauer: Der Gott wird genötigt, sich in dem Gläubigen zu manifestieren". Auch hier geht es um die Frage nach Identität und Illusion. Thomas Meinecke sieht in dem Candomble´ Ritus Parallelen zur katholischen Eucharistiefeier. Wenn der Katholik den Leib Christi in der Kommunion zu sich nimmt, dann wird Jesus genötigt, sich in dem Gläubigen zu manifestieren, sagt er. Im domradio Interview bezeichnet Meinecke die katholische Wandlung als "zeichentheoretische Wollust". Wenn gesagt werde, die Hostie, dieses Zeichen sei identisch mit dem Leib Christi, dann habe man im Zeichen doch die Sache selbst. "Die uralte Idee der Realpräsenz nimmt so die Gedanken der postmodernen Philosophen und des Poststrukturalismus vorweg".