Heilige Barbara im Gotthard-Tunnel
Heilige Barbara im Gotthard-Tunnel

04.12.2018 - 09:20

Widerständige Tochter und starke Kämpferin Die Heilige Barbara

Barbara war die schöne Tochter des wohlhabenden Kaufmanns Dioskuros. Der Vater ließ Barbara alles angedeihen, was einer seinem Kind bieten konnte: Ein schönes Zuhause, eine gute Ausbildung und die Erfüllung vieler Wünsche. Dennoch ging Barbara einen anderen Weg, als den vom Vater geplanten. Das hatte Folgen unter anderem die, dass heute der Gedenktag der Heiligen Barbara von Nikomedien ist.

Geliebte Tochter

Alles hatt der heidnische Vater unternommen, damit seine Tochter nicht Christin wurde oder sich zu einer Heirat verleiten ließ, die gegen seine Absicht war. So durfte das Mädchen in einem Turm ihre Wohnung einrichten. Barbara wurde von guten Lehrern unterrichtet.  Mit Folgen, die der Vater nicht vorhergesehen hatte.

Von einem Lehrer, einem Freund des bekannten Schriftstellers Origines, erfuhr sie vom Christentum und ließ sich taufen. Um einen eigenen Bet-Raum zu haben, der auch Treffpunkt für andere Christen sein sollte, erbat Barbara von ihrem Vater die Einrichtung eines Badezimmers. Auch diesen Wunsch erfüllte der Vater. Barbara ließ zu den beiden Badezimmerfenstern ein drittes fügen - als Lob des dreifaltigen Gottes.

Das Vaterglück zerreißt

Als ein junger Mann die Hand seiner Tochter begehrte, war Dioskuros nicht abgeneigt, weil derjenige von gleichem Stand und Vermögen war. Barbara aber willigte nicht ein und der Vater bedrängte sie nicht, weil er eine weite Reise unternehmen musste und auf Zeit setzte. Aber, als er wieder zurückgekehrt, seinen alten Plan verfolgte, eröffnete ihm Barbara, dass sie nicht daran denke, einen Heiden zu ehelichen, weil sie Christin sei.

Rache des Vaters

Ihr Vater reagierte jähzornig und unerbittlich: Vor die Wahl gestellt, den heidnischen Kandidaten zu heiraten oder grausam bestraft zu werden, floh sie vor dem Vater, der sie mit gezücktem Schwert verfolgte.

Auf der Flucht öffneten vor Barbara sich die Felsen und bargen sie. Ein Hirte hatte dies beobachtet und verriet sie an ihren Vater, der sie nach Hause schleppte und schwer misshandelte.

Als alle seine Torturen nichts halfen, brachte er Barbara vor den Landpfleger Marcian, der sie nach Reichsrecht aburteilen - also wegen Hochverrats zum Tode bestimmen sollte. Als alle Schmeicheleien Marcians nicht halfen, ließ er sie derart durchprügeln, dass sie so schwer verletzt war, dass niemand mehr glaubte, sie werde die Nacht im Verließ überstehen.

Christin Barbara und der Beistand der Engel

Die Legende erzählt dann:  Ein Engel des Herrn heilte in der Nacht alle ihre Wunden und versprach ihr Beistand bei allen noch zu erwartenden Qualen. Der Sinn dieses steinigen Weges sollte nach den Überlieferungen sein, dass Gott Marcian und Dioskuros durch seine Wunder bekehren wollte. Marcian aber schrieb die unerklärliche Heilung den Göttern zu. Barbara hielt ihm entgegen:

"Nein, nein! Holz und Steine, aus dem deine Götter gefertigt sind, können das nicht. Dies ist ein Werk des Herrn des Himmels und der Erde, den ich als den einzigen wahren Gott anerkenne, für dessen Ehre ich zu sterben bereit bin."

Erneut wurde Barbara schwer misshandelt. Barbara blieb standhaft und betete:

"Deine Hand, o Herr verlasse mich nicht. In dir kann ich alles, ohne dich vermag ich nichts."

Tod durch die Hand des Vaters

Marcian verurteilte Barbara zum Tode durch Enthauptung. Dioskuros erbat vom Landpfleger die zweifelhafte Gnade, die Rolle des Scharfrichters übernehmen zu dürfen. Man trieb Barbara auf einen Hügel, wo sie hingerichtet werden sollte. Ehe Barbara ihren Kopf ihrem Henker und Vater neigte, dankte sie öffentlich für die ihr verliehene Gnade und aus den Wolken lud sie eine Stimme zur ewigen Belohnung ein.

In späteren Zeiten fügen die Legenden ein, der Heiligen sei in diesem Moment versprochen worden, dass kein Mensch, der sie anrufe, ohne Sterbesakramente sterben werde. Ihr Vater schlug ihr den Kopf ab. Auf dem Nachhauseweg wurde der grausame Vater vom Blitz erschlagen.

Dies alles soll der Legende nach an einem 4. Dezember geschehen sein.

Und die Legende erzählt auch dies: Auf dem Weg in das Gefängnis blieb Barbara mit ihrem Gewand an einem Zweig hängen. Sie stellte den abgebrochenen Zweig in ein Gefäß mit Wasser, und er blühte genau an dem Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde.