Papst Gregor III.
Papst Gregor III.

28.11.2018 - 09:20

Urheber des heutigen Allerheiligen und Entsender von Bonifatius Papst Gregor III.

Zentrale Themen, die Papst Gregor III. im achten Jahrhundert bewegten, waren: Gebote und Verbote zur wahren Frömmigkeit. Heute ist sein Gedenktag.

In den Geschichtsbüchern taucht er erst auf, als er eine Priesterstelle an einer Kirche in Rom antritt.

Dass Gregor Autorität und tragendes Gedankengut verkörpert, wird spätestens am 18. März des Jahres 731 n. Chr. deutlich, als er zum neuen Papst gewählt wird.

Neuer Allerheiligen Termin

Zu den bleibenden Taten in der Zeit danach zählt die Einweihung einer Kapelle in der Basilika St. Peter. An einem 1. November widmet er sie allen Heiligen und legt deshalb den Feiertag Allerheiligen für die Stadt Rom auf den 1. November. Zuvor war der Feiertag kurz nach dem Pfingstfest begangen worden. Gregors Termin setzt sich in der Folgezeit dann aber in Europa durch. Gregor III. selbst versah den Feiertag mit einem eindeutigen Gebot:

"Und obgleich wir alle den Sünden unterliegen, gehört es sich doch, dass der Priester nur der katholischen Toten gedenkt und für sie betet, aber für die Unfrommen, auch wenn sie Christen waren, wird er so etwas nicht tun dürfen."

Bemühung um Abgrenzung des christlichen Glaubens

Im achten Jahrhundert ist man noch immer damit beschäftigt, christliches Leben zu definieren und gegenüber weltlichen Tendenzen abzugrenzen. Gregor III. gestaltet mit:

"Einige von den Gläubigen verkaufen ihre Sklaven den Heiden zur Opferung. Wir ersuchen, diese eindringlich zurechtzuweisen und es nicht weiter geschehen zu lassen; denn es ist Verbrechen und Gottlosigkeit."

Zuspitzung des Bilderstreits mit Byzanz

Gebote und Verbote zur wahren Frömmigkeit sind ein Thema, das Gregor Respekt aber auch Gegenwehr einbringt. So spitzt sich unter ihm der Byzantinische Bilderstreit zu, der zwischen seinem Vorgänger Papst Gregor II. und Byzanz entbrannt war.

Die Geschichtsschreiber sind sich uneins, aber diese Auseinandersetzung könnte auf ein Ereignis um das Jahr 730 zurückzuführen sein, also zu Beginn des Papsttums von Gregor III..

In der Ägäis bricht der Vulkan Santorin aus. Seine Asche verdunkelt den Himmel für mehrere Tage Der byzantinische Kaiser Leo III. soll im Zusammenhang mit diesem Naturschauspiel die goldene Christusikone vom Tor seines Palastes abgenommen haben. Er fürchtet, sich mit dieser Ikone der Götzenverehrung schuldig gemacht und den Zorn Gottes auf sich gezogen zu haben.

Streit um Heiligenbilder von Beginn der Christenheit an

Der Streit, ob die Verehrung von Heiligenbildern Götzendienst sei oder nicht, begleitet die christliche Gemeinde von Beginn an. Leo III. gehörte zu eben jenen Vertretern, die sich gegen eine Verehrung von Bildern einsetzen. Seine Position rechtfertigen er und seine Gesinnungsgenossen durch eines der Zehn Gebote.

"Du sollst dir kein Gottesbildnis machen, das irgendetwas darstellt am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde."

Die Bildbefürworter halten das Gebot hingegen für überholt, da Gott in der Gestalt Jesu selbst sichtbar geworden ist. Dieses Argument nehmen die Bildgegner aber nicht an. Der byzantinische Kaiser Leo III. und seine Verbündetet halten dagegen, dass sich alles "Göttliche" nicht in ein Bild fassen lässt und deshalb auch nicht angebetet werden darf.

Gregor III. "Exkommunizierung aller Ikonenzerstörer!"

Nach dem Vulkanausbruch in der Ägäis erneuert Leo also sein Edikt, alle Ikonen aus den Kirchen entfernen zu lassen, die Jesus, Maria und dir Heiligen darstellen. Die Bevölkerung ist empört, aber Leo bleibt bei seiner Haltung und propagiert seinerseits das Kreuz als entscheidendes Symbol für die Christenheit. Papst Gregor III. reagiert mit der Einberufung einer Synode direkt in seinem ersten Amtsjahr 731.

Als Verfechter der Bilderverehrung bewirkt er auf der Synode, dass alle Ikonenzerstörer exkommuniziert werden sollen. Ein weiteres Kapitel im Bilderstreit, der erst ein Jahrhundert später sein vorläufiges Ende finden wird. Der Byzantinische Kaiser reagiert auf seine Exkommunizierung mit der Entsendung einer Kriegsflotte in Richtung Rom.

Es ist ein heftiger Sturm, der dieses Unternehmen stoppt und zum Untergang in der Adria führt.

Abspaltung der Ostkirche - verstärkte Missionierung des Nordens

Doch Kaiser Leo III. sorgt nun dafür, dass die süditalienischen und mazedonischen Bistümer nicht mehr zum Bereich Roms gehören. Eine bedeutende Wende für die deutsche Geschichte und die ganz Europas. Denn daraufhin bricht Papst Gregor III. die Verbindungen zu Byzanz ab und konzentriert seine Missionsbemühungen stattdessen mehr auf den Norden Europas.

Zu den populärsten Missionaren gehört ein gewisser Bonifatius: Im Jahr 732 ernennt Gregor ihn zum Erzbischof und sendet ihn nach Germanien, um dort Bistümer zu gründen und anschließend auch Kontakt nach England zu suchen. Bonifatius wird später der Apostel Deutschlands genannt werden. Auf seine Missionierungen ist die Gliederung des Territoriums zurückzuführen, das man eines Tages Deutschland nennen wird.