27.07.2017 - 09:20

Spätbekehrter und Arzt Heiliger Pantaleon

Schutzpatron der Ärzte, Hebammen und Krankenpfleger. Heute feiert die Kirche den Gedenktag des Heiligen Pantaleon. Hier in Köln steht eine der ältesten Kirchen überhaupt, die nach diesem Mann benannt sind. Von ihm handelt unser heutiges Anno Domini.

Dreiheilige Oase Pantaleon in Köln

Von einer Mauer und einem großen Garten umgeben erhebt sich in der westlichen Kölner Innenstadt eine große Kirche.

Ein besonderes Kennzeichen ist der mächtige Westbau mit seinen zwei überhohen Seitentürmen, der das gerade mal vierstimmige Geläut schon etwas mickrig klingen lässt.

Geweiht ist die Kirche den Heiligen Pantaleon sowie Cosmas und Damian. Diese drei Personen waren Ärzte und gelten als deren Schutzpatrone. Vermutlich hängt diese Namensgebung damit zusammen, dass es hier einmal ein der Kirche angegliedertes Hospital gegeben haben soll.

Historischer Pantaleon

Über den Hauptpatron, den Heiligen Pantaleon, ist historisch kaum etwas überliefert.

Er wurde Mitte des dritten Jahrhunderts im Nikomedia, dem heutigen Izmit in Kleinasien, geboren und starb während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian.

Pantaleons Vater war ein Heide und seine Mutter eine Christin. Er wurde von seinem Vater heidnischen Lehrern anvertraut.

Als Jüngling widmete er sich der Arzneikunde. Hierin machte er bald die größten Fortschritte und brachte es so weit, dass er vom Kaiser Galerius Maximianus an seinen Hof gezogen und zu seinem Leibarzt ernannt wurde.

Legenden statt Fakten

Eben weil so wenig über Pantaleon bekannt ist, schmückte man sein Leben mit vielen Legenden und Erzählungen aus. Eine davon betrifft seine eigene Bekehrung:

Zum christlichen Glauben konnte ihn demnach niemand bekehren auch nicht der Priester Hermolaus, welcher immer wieder intensive Gespräche über den Glauben mit ihm führte.

Eines Tages aber traf er auf einem abgelegenen Weg ein Kind auf dem Boden ohne ein Lebenszeichen liegen und daneben eine giftige Schlange, welche dem Kinde den tödlichen Biss beigebracht hatte.

Plötzlich kommt ihm der Gedanke an diesem toten Kind zu erproben, ob der Priester Hermolaus die Wahrheit gesprochen hat:

"Wird auf mein Gebet, das ich an Jesus Christus richte, das tote Kind aufleben, die Schlange aber sterben, dann will ich glauben.“

So geschah es. Das Kind erwachte und die Schlange starb. Pantaleon ließ sich taufen und gehörte von nun an zur Christengemeinde."

Verfolgung und Tod

Als unter Kaiser Diokletian, der teilweise gemeinsam mit Maximianus regierte, die große Christenverfolgung begann, geriet auch Pantaleon unter Druck.

Eine Legende berichtet, dass er versucht haben soll, die Frau des Kaisers zu bekehren. Eine andere, dass ihn die heidnischen Priester am kaiserlichen Hof aufgrund seines christlichen Glaubens angezeigt haben.

Er wurde festgenommen, gefoltert und schließlich nach mehreren anderen vergeblichen Versuchen, mit dem Schwert getötet.

Verehrung des Pantaleon

Reliquien von ihm wurden ab dem achten Jahrhundert nach Köln gebracht, wo die erste Kirche westlich von Byzanz nach dem Heiligen benannt wurde, eben die Kölner Basilika St. Pantaleon.

Die auf ihn bezogene Volksfrömmigkeit wird im Mittelalterlichen Köln auch noch im weltlichen Bereich bezeugt. Im Siegel der dortigen medizinischen Fakultät aus dem 14. Jahrhundert wird Pantaleon dargestellt. Das amtliche Siegel der heutigen medizinischen Fakultät in Köln zeigt ihn als Arzt mit Märtyrerpalme und Salbenbüchse in den Händen.