13.12.2013 - 09:20

Romantiker und Kämpfer Heinrich Heine

"Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin". So fängt das Gedicht über die Loreley an. Der Dichter Heinrich Heine starb in Paris - dort liegt er begraben. Geboren aber ist er in Düsseldorf.

 

Heinrich Heine wurde als Harry Heine am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf als Sohn eines jüdischen Schnittwarenhändlers geboren. Jedenfalls wird dieses Datum häufig als sein Geburtsdatum angegeben. Doch, während es wegen Heines Geburtsortes Düsseldorf nie Zweifel gab, herrscht über sein genaues Geburtsdatum bis heute Unklarheit, denn die Urkunden hierzu sind verloren gegangen. Heine selbst gab gelegentlich auch 1799 als Geburtsjahr an. Klar ist auch, dass er wegen seiner jüdischen Abstammung immer wieder angefeindet wurde und dieses Erleben seine Biografie beeinflusste.

Nach seiner Schulzeit lernte er bei einem reichen Onkel in Hamburg, der eine Bank besaß. Allerdings hatte er zu Geldgeschäften keine Eignung. Er dichtete lieber. Der Onkel ermöglichte es ihm schließlich, in Bonn und Göttingen zu studieren - Rechtswissenschaft. Er wollte später einmal einen Beruf im Dienst des Staates ausüben. Die vielen antisemitischen Bewegungen und die Tatsache, dass Juden in Deutschland keine juristischen Berufe ausüben durften, führten dazu, dass Heine sich am 1825 protestantisch taufenließ und sich von nun an Christian Johann Heinrich Heine nennt. Aufgrund seines erfolglosen Juristendaseins beschäftigte er sich zunehmend intensiver mit der Literatur und lernt in einem Buchladen seinen späteren Verleger Julius Campe kennen, bei dem er seinen ersten Band der Reisebilder, die "Harzreise", 1826 veröffentlicht.

1827 erscheint das "Buch der Lieder". Eines seiner berühmtesten Gedichte die Loreley stammt aus diesem Werk und wird später wie viele seiner Werke vertont. Das "Buch der Lieder" ist von Heinrich Heine eigentlich als Hauptwerk gedacht ist. Es  lässt sich zunächst aber sehr schlecht verkaufen.

Die Idee des Rechtes und der Gerechtigkeit begleiten Heine auch außerhalb der Juristerei. Im Mai 1831, begibt er sich fasziniert von den politischen Umbrüchen und den Ansätzen einer Demokratie nach Paris. In seinem berühmten Werk "Deutschland ein Wintermärchen" (1843) prangert er in der Beschreibungen seiner Erlebnisse bei seinem Deutschlandbesuch die politische Rückständigkeit an. Außerdemm beklagt er die Zensur, unter der auch er leidet.

Aufgrund seiner Kritik am deutschen Feudalsystem und der herrschenden Restauration werden seine Schriften und die der anderen Autoren des "Jungen Deutschland" 1835 vom deutschen Bundestag verboten. Das hindert Heine aber nicht daran, seine Werke weiter in Deutschland drucken zu lassen.

Heine gilt als "letzter Dichter der Romantik". Zugleich wird er aber auch als deren Überwinder gehandelt. Zu seinen besonderen Leistungen gehört es, dass er die Alltagssprache in die Lyrik einführte, ebenso, wie er Feuilleton und resebericht zu zur Kunstformen erhob. Als kritischer, politischer und engagierter Journalist wurde er ebenso bewundert wie gefürchtet.

Lange Zeit hat Heine in seinem Leben dem Glauben abgeschworen. Doch im Februar 1848, als die Revolution in Paris ausbrach, erlitt er einen Zusammenbruch. Danach blieb er fast vollständig gelähmt. In dieser Verfassung verbrachte er die acht Jahre bis zu seinem Tod. In den Jahren vor seinem Tod gelangte Heine zu einer milderen Beurteilung der Religion. In seinem Testament bekannte er sich zum Glauben an einen persönlichen Gott. Was nicht bedeutet, dass er sich einer der christlichen Kirchen oder dem Judentum wieder angenähert hätte.

Am 17. Februar 1856 verstarb Heinrich Heine in Paris.