13.05.2015 - 09:20

Polarforscher und Friedensnobelpreis-Träger Fridtjof Nansen

Es war das Zeitalter der großen Forscher und Entdecker: Um die Jahrhundertwende lieferten sich norwegische und englische Wissenschaftler einen nie gekannten Wettkampf um die Vorherrschaft am Südpol. Einer widmete sich jedoch vollends der Erforschung des Nordpolarmeers: Fridtjof Nansen gilt noch heute als einer der großen Nordeisforscher. Am 13. Mai 1930 verstarb er.

Am 10. Oktober 1861 wird Fridtjof Nansen nahe der damaligen Stadt Christiana, dem heutigen Oslo in Norwegen, geboren.

Zoologie als zweite Wahl

Schon früh war Nansen von den Naturwissenschaften begeistert, ursprünglich wollte er jedoch nach seinem Schulabschluss Marineoffizier werden, auf Rat seines Vaters studierte er dann Zoologie.

Während seines Studiums brach Nansen mit einem Seehundfänger zu seiner ersten Reise in grönländische Gewässer auf.

Erste Expedition

Nach seiner Dissertation im Jahre 1888 arbeitete Nansen in verschiedenen zoologischen Einrichtungen, bevor er zu seiner ersten großen Expedition aufbrach, der Durchquerung des grönländischen Inlandseises auf Skiern von Ost nach West.

Zweck der Reise: Nansen konnte nachweisen, dass das gesamte innere Grönland von Schnee und Eis bedeckt ist.

"Keine Arbeit im Dienste der Forschung ist nutzlos, selbst dann nicht wenn sie von falschen Voraussetzungen ausgeht"

Reise zum Nordpol

Eine weitere bekannte Expedition Fridtjof Nansens war die Reise zum Nordpol, über eine von ihm vermutete Meeresströmung durch die Nordsibirischen Inseln.

Im Juni 1893 ließ er sich dafür in einem eigens konstruierten Schiff, der Fraam, im Treibeis einfrieren um mit dem Schiff nach Norden zu treiben. Nansen stellte jedoch fest, dass das Schiff nicht nach Norden trieb. Er brach die Fahrt im März 1895 ab und zog mit einem Begleiter sowie mit Hunden und Schlitten Richtung Nordpol.

Nansen macht den Nordpol sichtbar

"Unsäglich langsam nur vermochte das menschliche Auge die Nebel des Eismeeres zu durchdringen. Hinter der Nebelwand lag das Land des Mythos."

Fridtjof Nansen berichtet über seine Polarexpedition in seinem Buch "In Nacht und Eis" aus dem Jahre 1898.

Während ihrer Expedition wurden Nansen und sein Team von der schlechten Witterung überrascht, sie mussten im Eis überwintern und ernährten sich von Walroß- und Eisbärenfleisch. Nach drei langen Jahren im Polareis wurden die Forscher am 13. August 1896 befreit.

Nach seiner Rückkehr nach Norwegen wird er zum außerordentlichen Professor für Zoologie und Ozeanographie ernannt.

Vom Forscher zum Politiker

Von 1906 bis 1908 war er Norwegischer Botschafter in London. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er Hochkommissar des Völkerbundes für Flüchtlingsfragen.

"Wir wissen, dass mindestens 20 Millionen Menschen hungern, wir wissen, dass alles was sie brauchen nur ein paar hundert Meilen von ihnen entfernt vorhanden ist. Wir wissen, dass nur eine einzige Sache notwendig ist - die eine Hälfte der menschlichen Rasse muss der anderen leidenden Hälfte helfen. Die Rüstungskosten der Mitglieder des Völkerbundes betragen jedes Jahr Millionen von Pfund, weniger als 10% davon würde die Katastrophe verhindern und die größte aller politischen Gefahren beseitigen."

Fridtjof Nansen am 9. September 1921 vor der Versammlung des Völkerbundes. Sein Antrag auf humanitäre Hilfe wurde von den Mitgliedern der Versammlung abgelehnt.

Für seine Arbeit in der Flüchtlingshilfe wurde Nansen im Jahre 1922 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Fridtjof Nansen verstarb am 13. Mai 1930 im Alter von 68 Jahren.

Kurz nach seinem Tod wurde das internationale Nansenamt für Flüchtlinge gegründet, welches die Arbeit des Polarforschers und Völkerbundkommissares weiter führte. Die Vereinigung erhielt im Jahre 1938 den Friedensnobelpreis.