John Brown Sklavereigegner
John Brown Sklavereigegner

02.12.2018 - 09:20

Kämpfer für die Freiheit aller Menschen John Brown und die UN Resolution gegen die Sklaverei

Im Jahre 1537 hätte eigentlich schon alles klar sein können: Papst Paul III. gibt eine Schrift namens "Sublimis deus" raus. Darin schreibt er seine Empfehlungen, wie mit Sklaven in Südamerika umgegangen werden soll. Man soll sie nämlich beenden, die indigene Bevölkerung frei lassen. Zu der Zeit empfand es der Papst noch als notwendig, zu betonen, dass sie ja auch "wirkliche Menschen" seien. Bis sich der Gedanke allerdings weltweit durchgesetzt hat, dass Sklaverei zu verurteilen ist, hat es noch einmal satte 400 weitere Jahre gedauert. Heute am 2. Dezember begeht die UNO ihren "Internationalen Tag für die Abschaffung der Sklaverei", und der existiert seit 1949.

Ein Junge namens John Brown und die Sklaverei

... Und vielleicht wäre es gar nicht dazu gekommen, wäre nicht Anfang des 19. Jahrhunderts in Connecticut  ein streitbarer Widerstandskämpfer auf die Welt gekommen.

9. Mai Torrington, Connecticut im Jahre 1800. Ein Junge namens John Brown wird in eine neuenglischen Familie geboren. Seinetwegen werden einmal Kriege geführt werden. Im Alter von 16 Jahren schließt er sich einer freien Christengemeinde an. Ein Umfeld, in dem man sich zu der Zeit gegen die Sklaverei ausspricht, weil sich die Erkenntnis verbreitet, dass der Mensch als Geschöpf Gottes nicht als Sklave benutzt werden darf.

Quäker - Vorkämpfer gegen Sklaverei

Eine Gruppe von Quäkern schafft es in Groß Britannien eine politische Entscheidung herbeizuführen. Im Jahr 1834 werden alle Sklaven im britischen Kolonialreich für frei erklärt.

Besitzer von Zuckerplantagen in der Karibik beispielsweise werden kurz danach entschädigt für diesen Verlust. Die ehemaligen Sklaven dürfen gehen.

Zur gleichen Zeit beginnt der Amerikaner John Brown, sich gegen die Sklaverei aufzulehnen. Er selbst lebt im Norden der Staaten, wo die Sklaverei bereits verboten ist und der Roman "Onkel Toms Hütte" von der Protestantin Harriet Beecher Stowe 1852 großen Eindruck hinterlässt.

"Onkel Toms Hütte" als Speerspitze gegen Sklaverei

In Onkel Toms Hütte wird das tragische Schicksal eines Sklaven beschrieben, das sich wenige Jahre später genauso in der Realität wiederfinden wird. Der Erfolg des Buches verleiht den Sklavereigegnern Auftrieb, und es entsteht weitere Literatur - zum Beispiel vom Schriftsteller William Lloyd Garrison, der Partei ergreift und klare Worte findet:

"Ich klage mein Geburtsland der Beleidigung der himmlischen Majestät an, die sie ihr mit der gröbsten Verhöhnung des Menschen je zugefügt hat."

John Brown klagt an -  mit Gewalt.

"Ich, John Brown, bin mir nun ziemlich sicher, dass die Verbrechen dieses schuldigen Landes niemals, wenn nicht mit Blut, gereinigt werden. Ich hatte, wie ich jetzt denke, mir vergebens eingebildet, dass es ohne viel Blutvergießen erledigt werden könne."

Im Alter von 55 Jahren schließt er sich mit sechs Söhnen und seinem Schwiegersohn zusammen, um eine Art Guerilla-Krieg zu beginnen. Ort seines blutigen Geschehens ist der Staat Kansas. Als Sklavereibefürworter die Stadt Lawrence stürmen und den Senator Charles Sumner überfallen, der zuvor die Gleichstellung der Afroamerikaner bewirkt hatte – da schlägt John Brown zurück.

Am 17. Oktober 1859 sammelt er 16 weiße und fünf schwarze Sympathisanten um sich und überfällt die Stadt Harpers Ferry im späteren West-Virginia, einem Teil der Südstaaten, wo Sklaverei erlaubt ist. Browns Absicht ist es, das dortige Waffenarsenal der Armee einzunehmen, einen Sklaven-Aufstand auszulösen und die Sklaven zu bewaffnen, um am Ende den gesamten Süden befreien zu können.

Doch, es kommt anders: Kein Sklave schließt sich dem Vorhaben an, stattdessen sterben zehn von Browns Anhängern und zwei seiner Söhne. Die Armee bekommt die Situation schnell in den Griff und nimmt den verwundeten Brown fest.

"Es ist einfach mich zu hängen, aber die Frage - die Sklavenfrage - die bleibt noch zu lösen."

Zwei Monate dauert seine Verhandlung, während der er noch medienwirksame Interviews geben kann und langsam zum Volkshelden wird. Der Schriftsteller Victor Hugo versucht durch einen öffentlichen Brief seine Begnadigung zu erwirken und warnt vor einem Bürgerkrieg. Aber dann steht das Urteil fest: Schuldig des Mordes, dem Anzetteln eines Sklavenaufstandes und des Hochverrats. Brown antwortet darauf ganz als Streiter für die Freiheit aller Menschen:

Am 2. Dezember des Jahres 1859 wird John Brown gehängt. 

Bild von John Brown- zwischen Mörder und Sklavereigegner

Für den Süden ist er ein Verbrecher, im Norden wird er von den Sklavereigegnern gefeiert. Man schreibt ihm sogar ein Lied, in dem seine immer noch gegenwärtige Seele besungen wird. Während des Bürgerkrieges avancierte der bald nach seiner Hinrichtung komponierte Marsch "John Browns Body" schnell zum beliebtesten Kampflied der Unionstruppen. Die Geschichte wird Gegenstand diverser Kino-Filme.

Erst Krieg bringt Wende gegen Sklaverei

Erst durch den Sieg über die Südstaaten wird die Frage der Sklaverei 1865 beantwortet – zumindest in den USA.

Zu einer allgemeinen Resolution gegen Sklaverei kommt es erst bei einer Versammlung der Vereinten Nationen am 2. Dezember des Jahres 1949 – 90 Jahre nach der Hinrichtung von John Brown.