29.06.2017 - 09:20

Hochfest Peter und Paul Ein Tag für zwei ungleiche Apostel

In der Liturgie der Kirche wird Peter und Paul heute als Hochfest begangen. Fragt sich: Warum werden diese beiden Heiligen zusammen an einem Tag gefeiert, wo doch beide weder verwandt noch verschwägert waren?

Unterschiedlicher können die zwei Heiligen, die die Kirche heute feiert, nicht sein, und dennoch werden Petrus und Paulus als die Apostelfürsten bezeichnet. Simon, genannt Petrus, war der Bruder des Apostels Andreas und stammte aus Bethsaida in Galiläa.

Petrus – der Fels mit Schwächen

Von Beruf war Petrus Fischer, er war verheiratet und wohnte mit seiner Familie in Kafarnaum. Nachdem er zu Jesus gefunden hatte, stand sein Haus wohl Jesus und seinen Jüngern offen.

Obwohl Jesus genau die Schwächen des Petrus kannte, übertrug er ihm eine wichtige Aufgabe. Im Gebiet von Caesarea Philippi, so schreibt der heutige Evangelientext, fragte Jesus seine Jünger für wen ihn die Leute halten.

"Simon Petrus antwortete: du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes. Jesus sagte zu ihm: selig bist du Simon Barjona, denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben, was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein."

Von Petrus zum Papsttum

In diesem Namen, Petrus, sind die künftige Sendung des Apostels und seine Vorrangstellung ausgesprochen, auf die sich bis zum heutigen Tag das Amt des Papstes beruft.

Über das Wirken des Petrus nach Tod und Auferstehung Jesu wissen wir nur wenig. Zuerst war er in Jerusalem tätig, später missionierte er in Antiochia und Kleinasien. Zuletzt hielt er sich in Rom auf, wo er unter Kaiser Nero um das Jahr 67 nach Christus den Märtyrertod am Kreuz fand.

Paulus vom Christen – Feind …

Paulus hingegen entstammte einer streng religiösen Pharisäer-Familie im kilikischen Tarsus und hieß mit hebräischem Namen "Saulus". Als strenggläubiger Jude war er zunächst ein radikaler Christenverfolger und erlebte als solcher das Martyrium des Stephanus.

… zum Gewandelten

Sein glühender Eifer gegen die Christen verwandelte sich in eine ebenso glühende Christusliebe nachdem er vor Damaskus in einer Vision Christus begegnet war. Auf seinen Missionsreisen wurde Paulus zum Apostel der Völker. Durch viele Briefe hielt er regen Kontakt mit dem von ihm gegründeten Gemeinden und setzte sich leidenschaftlich ein für das Evangelium.

Geringschätzung für sich selbst

Die erst späte Berufung vor den Toren von Damaskus bewog Paulus dazu, es Zeit seines Lebens abzulehnen, in einem Atemzug mit den anderen Aposteln genannt zu werden, und so schrieb er in seinem ersten Brief an die Gemeinde von Korinth:

"Danach erschien er Jakobus, dann den Aposteln allen, am letzten aber von allen, gleichsam der unzeitigen Geburt, erschien er auch mir, denn ich bin der geringste der Apostel, der ich nicht würdig bin ein Apostel genannt zu werden weil ich die Versammlung Gottes verfolgt habe."

Hochfest nicht zum Todestag

Die Verfolgung richtete sich nun auch gegen Paulus, als römischer Bürger wurde er jedoch nicht gekreuzigt sondern vor den Toren Roms enthauptet.

Das heutige Hochfest ist nicht der Todestag der beiden Apostelfürsten sondern vermutlich das Gedenken an die Übertragung ihrer Reliquien in die Katakombe in der Via Appia nahe der heutigen Kirche San Sebastiano in Rom.