Philip Romolo Neri
Philip Romolo Neri

26.05.2018 - 09:20

Heilig mit verschmitztem Lachen Todestag Philip Neri

Der lachende Heilige, der Mystiker im Narrenkleid, wurde Philipp Neri genannt. Sein Sterbetag ist der 26. Mai 1559. Er lebte im 16. Jahrhundert in Rom, in einer Zeit in der es in der Katholischen Kirche eigentlich nichts zu lachen gab.

Es war die Zeit der Reformation und der katholischen Gegenreform. Ausgerechnet dieser Philip Neri sollte einer ihrer herausragenden Gestalten werden, doch nicht durch Macht und starkes Auftreten sondern durch Demut, Einfachheit und tiefen Glauben.

Volksdiener ohne Weihen

Im Jahr 1533 kommt der damals 17-jährige Philipp Neri zum Studium nach Rom. Doch schon bald verkauft er all seine Bücher, gibt den Erlös den Armen und beginnt das Volk auf der Straße religiös zu unterweisen und sie für Gott zu gewinnen.

Sein fröhliches Naturell, sein gewinnender Charme und die Gabe anderen Menschen in das Herz zu sehen geben ihm eine Anziehungskraft unter den Menschen, so dass er schon bald große Popularität in Rom gewinnt.

Mit 36 Jahren wird Neri Priester und gründet das Oratorium

Man betete und sang gemeinsam in der Volkssprache, dann las man aus einem geistlichen Buch oder der Bibel und tauschte sich darüber aus. Jeder durfte zu Wort kommen, alles diente der geistlichen Erbauung und erfreute alle lebhaft.

Es war als ob die alte und schöne Zeit der Apostel wieder sichtbar geworden sei.

Das Oratorium hatte schnell großen Erfolg in Rom. Philip zog die Menschen wie Magnete an, Laien und Priester, Analphabeten und Gelehrte. Philipp Neri war überzeugt, dass der Mensch den Egoismus überwinden müsse um Werkzeug der Liebe Gottes werden zu können.

Seine Parole: Demütigt euch!

"Demütigt euch immer und erniedrigt euch in euren Augen und den Augen der anderen, damit ihr in Gottes Augen groß werden könnt," war Neris Devise.

Um dies durchzusetzen strebte er danach Spott und Verachtung zu erfahren. Seine Scherze und Blödeleien hatten genau dieses Ziel. Da gab es die unglaublichsten Vorfälle.

Keiner sollte in ihm den Heiligen sehen.

Da kommt der arme Pater der nur eine Predigt kann

Diese Art der öffentlichen Demütigungen mutete Neri aber auch seinen Gefährten zu.

Da war Philips Mitbruder Mani, er hatte eine mächtige rhetorische Begabung. Gleich bei seiner ersten Predigt erntete er großen Beifall und Ansehen. Philipp Neri trug ihm auf, fortan diese eine Predigt immer wieder zu halten. Schon bald sagten dann die Leute über Mani...

Sein Ziel war es, den Menschen für Gott zu öffnen. Dabei hat er eine Spiritualität entwickelt die tatsächlich zum Fundament der kirchlichen Erneuerung wurde.

Er beriet die Päpste, Philip selbst jedoch lehnte die ihm bis zu seinem Tod mehrfach angebotene Kardinalswürde ab.

Moderation: Martin Korden