Otto von Bamberg
Otto von Bamberg

30.06.2017 - 09:50

Freund des Kaisers und Apostel von Pommern Otto von Bamberg

Man nennt ihn den Apostel der Pommern, obwohl er seine Heimatstadt im Namen trug: Otto von Bamberg. Am 30. Juni 1139 ist er gestorben. 35 Jahre alt ist Otto wohl, als er in den Dienst des Kaisers tritt und ihn langsam an den Glauben heranführt. Als der Bischof von Bamberg stirbt, bestimmt der Kaiser, Otto zum Nachfolger. Geweiht wird er von Papst Paschalis II. 1106:

Im Dezember kehrt Otto zurück in die Heimat. Auf dem Thron sitzt mittlerweile Heinrich V., der Sohn von Heinrich IV.

Bischof mit Anspruch

"Die Einkünfte der Kirche sind Almosen der Gläubigen, man darf sie nicht zur Eitelkeit verschwenden."

Otto lebt in Armut, kasteit sich, geißelt sich sogar selbst und verteilt sein Essen an Kranke, Arme und Bettler.

Als Bischof von Bamberg gründet er neue Klöster, richtet den abgebrannten Dom wieder auf, lässt neue Kirchen errichten und baut ein Spital am Fuße des St. Michaelsberges.

Mittler in der Auseinandersetzung zwischen Papst und Kaiser

Das Wormser Konkordat von 1122 geht in großen Teilen auf Otto zurück. Es regelt, dass der Kaiser bei bischöflichen Weihen jetzt immer anwesend sein muss, aber zugleich dem Papst gegenüber Zugeständnisse macht.

"Ich, Heinrich der V., verzichte aus Liebe zu Gott und der Heiligen Römischen Kirche auf alle Investitur mit Ring und Stab und ich gestatte allen Kirchen, die in meinem Imperium liegen, freie Weihe."

Auch die kirchlichen Güter muss der Kaiser wieder aus seinem Besitz zurückgeben, der Investiturstreit ist damit beigelegt.

Mission mit Auswirkung

Im Jahr 1123 erreicht Otto ein Brief des Polenherzogs Boleslaw, der ihn zu einer Missionierung Pommerns einlädt.

Otto bricht im April 1124 auf, mit Reisegefährten, Dolmetscher und weiteren Priestern.

"Ich gehe nun hin zu den Heiden, aus Liebe zu meinem Herrn und lasse euch den Frieden, ach bewahret ihn euch und bleibet stets in der Liebe."

Die Bürger Bambergs sind betrübt über Ottos Abreise.

In Cammin, dem Sitz des Herzog Fratislaw, mahnt er zur Buße und stellt Verhaltensregeln auf. Ottos Mahnung wird schnell angenommen:

Der Herzog entlässt seine 24 Nebenfrauen und verspricht ein frommes Leben, vor Ort entsteht eine Kirche aus Baumstämmen.

Kampf mit Seeräubern

In Julin, einer Stadt von Händlern und Seeräubern, wird Otto angegriffen und beinahe tödlich verletzt.

Kein einziger will sich hier bekehren lassen. Otto fragt seinen Dienstherrn,  ob er die Missionsreise abbrechen solle, doch der beharrt auf seinem Auftrag.

Und plötzlich - dank einer Wunderheilungen - erlangt Otto doch noch die Gunst der Einwohner.

Tempel und Schätze ihrer slawischen Götter müssen sie zerstören.

Kurzzeitige Heimkehr – Not und Rachegötter

Bei seiner Rückkehr wird er freudig empfangen.

Doch sehr bald überkommt das Land eine Hungersnot. Er lässt im Volk Sicheln und Geldstücke verteilen, damit alle zur Ernte gehen können und nicht betteln müssen.

Zwei große Städte in Pommern fallen vom Glauben ab. In ihrer Auffassung ist die Hungersnot Strafe der alten Götter.

Zwei Wunder

Am Gründonnerstag 1127 bricht Otto erneut auf. Die Landesfürsten treffen sich auf Usedom und nach einer eindringlichen Predigt versprechen alle Anwesenden die Annahme des katholischen Glaubens.

Otto will nach Stettin reisen aber seine Gefährten halten ihn ab, weil man ihm dort nach dem Leben trachtet.

Schließlich geben Ottos Begleiter nach und reisen mit ihm Nach Stettin. Eine wundersame Begebenheit verhindert den Tod der Gruppe: Den Angreifern erstarren ihre Hände und sie werden nur durch eine Bekehrung von diesem Zustand erlöst.

Nach zwei Wochen beschließen die Stettiner Ratsherren den Glauben anzunehmen.

An Weihnachten 1127 kehrt Otto nach Bamberg zurück und sorgt sich fortan um die Kirchen und Klöster im Bistum.

 

Am 30. Juni des Jahres 1139 im Alter von 78 Jahren.

Otto wurde 1189 heiliggesprochen.