Franz von Sales
Franz von Sales

24.01.2019 - 09:20

Franz von Sales – Bischof und Vielschreiber Schutzpatron der Journalisten

Der heilige Christophorus ist der Schutzpatron der Autofahrer. Das ist allgemein bekannt. Aber nicht nur die Autofahrer haben einen Schutzpatron – die katholischen Journalisten haben auch einen: Franz von Sales. Der 24. Januar ist sein Gedenktag

Rom am 23. Januar 1923. Papst Pius XI. bestimmt Franz von Sales feierlich zum Schutzpatron der katholischen Schriftsteller und Journalisten. Dies geschieht in der Enzyklika „Rerum omnium perturbationem“, in der der Heilige Vater festlegt: "Wir ergreifen diese günstige Gelegenheit, um auf Grund zuverlässiger Sachkenntnis und nach reiflicher Überlegung kraft unserer apostolischen Gewalt durch dieses Rundschreiben den heiligen Franz von Sales, Bischof von Genf und Kirchenlehrer, zum himmlischen Schutzpatron aller Journalisten und Schriftsteller zu bestimmen."

Bischof und der Wahrheit verpflichtet

Franz von Sales lebte im 16. Jahrhundert. Er war Bischof von Genf, vielbeschäftigt – nahm sich aber trotz seines hektischen Alltags jeden Tag zwei Stunden Zeit, um zu schreiben. Schätzungsweise 20.000 Briefe hat Franz von Sales in seinem kurzen 55 Jahre dauernden Leben verfasst.Es handelt sich dabei nicht um Grußbotschaften, sondern um mehrere Seiten umfassende Seelsorgebriefe oder Situationsberichte. Diese schrieb er an Päpste, Könige, Herzöge, Politiker bis hin zu Frauen und Männern, die ihn um seinen bischöflichen und seelsorgerlichen Rat baten. Mit anderen Worten: Franz von Sales war ein Vielschreiber, der sich der Wahrheit verpflichtet fühlte.

1609 erscheint sein Buch 'Introduction à la vie dévote', also "Anleitung zum frommen Leben". Im deutschen Sprachraum ist das Buch, das bis heute zu den meistverkauftesten Büchern der christlichen Literatur zählt, auch unter dem Titel "Philothea" bekannt.

Er pflegt eine klare Sprache

In einer klaren, prägnanten Sprache erklärt Franz von Sales der damals vorherrschenden Auffassung, allem Weltlichen zu entsagen um nach Frömmigkeit zu streben, eine Absage: "Es besteht kein Widerspruch zwischen Welt und Gott. Die, die glauben, um heilig zu werden, müssen sie die Welt ablehnen, sind auf dem Irrweg. Denn alles, was wahrhaft menschlich ist, ist wahrhaft christlich, und alles was wahrhaft christlich ist, ist wahrhaft menschlich. Sei wahrhaft Mensch, dann bist du wahrhaft Christ!"

Sein Meisterstück allerdings liefert er 1595 ab. Es ist die Zeit der Gegenreformation. In Franz‘ Diözese sind viele zum Calvinismus übergetreten. Er erhält vom Papst den Auftrag, seine Schäfchen zurückzugewinnen. Franz von Sales startet eine Medienkampagne. Rund zwei Jahre lang, bis 1597, verfasst er rund 85 Flugblätter – heute bekannt unter dem Namen „Kontroversschriften“ – die er überall, an Türen, Bäumen, Wänden, anbringen lässt. Eine serienmäßige Presseaktion im Sinne des Glaubens. Franz von Sales nutzt das neueste Massenmedium seiner Zeit. Und: Die Flugblätter sind nicht in Latein, sondern in der Landessprache verfasst. Dazu kommt ein klarer, leserorientierter Schreibstil: "Natürlich berücksichtige ich die Geistesverfassung unserer Zeit. Ich musste es tun; es ist sehr wichtig zu wissen, in welcher Zeit man schreibt." Mit dieser Flugblattaktion legte er den Grundstein für die erfolgreiche Rekatholisierung des von den Calvinisten beherrschten Teils der Diözese Genf, dem so genannten Chablais.

Journalisten wählen Franz zum Patron

1877, 255 Jahre nach Von Sales Tod, wenden sich italienische Journalisten in einer Bittschrift an den Vatikan, mit der Bitte, Franz von Sales zu ihrem Patron zu erwählen: "Jeder kennt die Gefahren, auf die der katholische Journalist bei Erfüllung seiner Pflicht stößt. Diese haben in allen katholischen Journalisten den Wunsch geweckt, in ihrem Beruf vom Himmel unterstützt zu werden, dort einen Fürsprecher zu haben, dessen Weisheit und Tugend ihnen vorbildlich sein und dessen mächtige Hand ihnen die Feder führen könnte. Einen solchen Fürsprecher sehen wir in dem heiligen Franz von Sales." Der damalige Papst Pius IX. entsprach dieser Bitte durch eine Verfügung. Sein späterer Nachfolger, Pius XI., bestätigte diese Wahl in seiner Enzyklika und bestimmte Franz von Sales 1923 zum Journalistenpatron.

Angesichts der momentanen politischen Lage zeigt sich, wie aktuell die päpstliche Enzyklika für heutige Journalisten ist: " … keine Entstellung noch Abschwächung oder Bemäntelung der Wahrheit, angeblich um den Gegner nicht zu verletzen; sorgfältige Pflege der sprachlichen Form und einer stilvollen und klaren Einkleidung der Gedanken, so dass die Leser an der Wahrheit Gefallen finden; es gilt Irrtümer sachlich zu widerlegen und der Arglist böswilliger Menschen standzuhalten."

Moderation: Edgar Schnicke