Bartolomé de las Casas
Bartolomé de las Casas

31.07.2017 - 09:20

Er kämpfte gegen die Sünde der Versklavung Bartolomé de las Casas

Er war seiner Zeit voraus. Bereits im 16. Jahrhundert setzte er sich für Gleichheit ein, gegen Diskriminierung und dafür, dass alle Menschen dieselbe Würde besitzen. Am 31. Juli 1566, starb Bartholomé de las Casas.

Spanien zu Beginn des 16. Jahrhunderts: Gerade erst wurde Amerika entdeckt, die Eroberung und Unterwerfung eines ganzen Kontinentes ist im vollen Gange. Unter Kaiser Karl V. wächst Spanien zu einem Reich, in dem die Sonne niemals untergeht:

Bartholomé kommt als Eroberer

Der 18-jährige Bartolomé de las Casas ist ein junger Mann aus gutem Hause, der Theologie und Jura in Salamanca studiert hat.

Auf der Insel Hispaniola, die sich heute die Dominikanischen Republik und Haïti teilen, lässt er sich nieder, erwirbt Land und lässt es wie damals üblich von indianischen Sklaven bewirtschaften.

Leid der Indios

Doch schon bald werden die Folgen der rücksichtslosen Ausbeutung von Land und Menschen offensichtlich: Krankheiten und Versklavung raffen Amerikas Urbevölkerung dahin.

Allein auf Hispaniola lebten von den ursprünglich 1 Million Indianern wenige Jahrzehnte nach der Eroberung nur noch 1.000.

Dominikanermönche prangern in Adventspredigt an

Im Dezember 1511 hält Dominikanermönch Fray Antonio Montesino vor den Gläubigen in der Kirche von Santo Domingo seine berühmte Adventspredigt:

"Allesamt befindet ihr Euch im Stande der Todsünde, wegen der Grausamkeit und der Tyrannei, die ihr gegenüber diesen unschuldigen Menschen walten lasst. Mit welchem Recht haltet ihr diese Indianer in solch einer grausamen und schrecklichen Sklaverei?"

Umdenken und Bekehrung von Bartolomé

Unter dem Einfluss der Dominikaner beginnt Bartolomé de las Casas umzudenken.

Er verzichtet auf sein ertragreiches Land und schenkt seinen Sklaven die Freiheit.

1522 tritt er offiziell dem Orden bei und kämpft fortan gemeinsam mit seinen Mitbrüdern für die Rechte Indios und prangert die Sünden der Eroberung an – die auch im Namen der Kirche geschahen:

Indios = Menschen – eine Provokation

Für die breite Mehrheit der Eroberer galten die Indios nicht für Menschen.

Las Casas lässt sich nicht beirren. Immer wieder pendelt er zwischen Spanien und der neuen Welt.

Er schreibt Bücher wie seinen berühmten "Kurzgefassten Bericht von der Verwüstung der westindischen Länder", mit dem er die spanischen Greueltaten der Eroberung in ganz Europa bekannt machte.

Scheinbarer Durchbruch für die Rechte der Indios

Bartolomé rang Kaiser Karl Schutzgesetze für die Ureinwohner ab und brachte schließlich Papst Paul III. dazu, 1537 in seiner Bulle "Sublimis Deus" anzuerkennen, dass Indianer Menschen sind:

"Wir bestimmen und erklären, dass die Indianer und alle andern Völker, die künftig mit den Christen bekannt werden, auch wenn sie den Glauben noch nicht angenommen haben, ihrer Freiheit und ihres Besitzes nicht beraubt werden dürfen."

Scheitern des Fürsprechers für die Indios

In der Realität widersetzen sich die spanischen Eliten.

De las Casas, der mittlerweile Bischof in Mexiko ist, zieht sich den Groll von Militär, Klerus, Verwaltung und der Plantagenbesitzer zu, die nicht auf ihre Privilegien verzichten wollen.

Unter dem öffentlichen Druck widerruft Kaiser Karl die am Ende die Indianerschutzgesetze wieder, nur 35 Monate nach ihrer Unterzeichnung.

Enttäuscht von seinen Misserfolgen kehrt las Casas 1547 endgültig nach Spanien zurück – viele seiner Forderungen wurden zum Teil bis in die heutige Zeit nicht erfüllt.

Am 31.07.1566 starb Bartolomé de Las Casas im Alter von 82 Jahren in Madrid.