Ulrich von Augsburg
Ulrich von Augsburg

04.07.2018 - 09:20

Der erste Heilige Ulrich von Augsburg

Otto I. war König des Ostfrankenreichs und Kaiser des deutschen Reichs. Dass er das auch blieb hat er einem Bischof zu verdanken: Ulrich von Augsburgs. Der nebenher auch noch der erste "amtliche" Heilige wurde. Am 4. Juli 973 ist er gestorben. Edgar Schnicke stellt ihn uns vor.

Hoch zu Ross, ohne Rüstung, nur mit der Bibel in der Hand, soll er der Legende nach dem gegnerischen Heer am Lechfeld die Stirn geboten haben – Bischof Ulrich von Augsburg.

10. August 955 - Die  Schlacht am Lechfeld am

Es geht um nichts Geringeres als die Herrschaft über das Deutsche Reich.

Zuerst sieht es sehr böse aus für die Truppen Otto I.. Auf einen deutschen Ritter kommen 100 Ungarn.

Doch das Blatt wendet sich. Die Schlacht wird gewonnen, die Ungarn vernichtend geschlagen.

Der Sieg wird vor allem ihm zugeschrieben: Ulrich von Augsburg. Mit inständigem Gebet soll er, die Kämpfenden gestärkt haben.

Im Volk steigt er zur mythischen Figur auf.

Historischer Ulrich von Augsburg

 Was man sicher von Ulrich weiß, ist, dass er 890 im heutigen Schwaben, geboren wird.

Er ist von edler Herkunft: Sein Vater ist Gaugraf Hupald von Dillingen, seine Mutter Dietburga entstammt dem deutschen Königshaus der Liudolfinger.

Geistlicher Werdegang

Früh wird Ulrich für den geistigen Stand auserwählt, so studiert er im Kloster Sankt Gallen.

Die Benediktinerabtei in der Ostschweiz gilt damals schon als Schmiede des gehobenen Klerus.

Glücksfall für Augsburg

Im Jahr 923 erhält Ulrich dann auch das Amt des Bischofs von Augsburg.

Ulrich beweist echte Managerqualitäten. Das Amt formt nicht ihn, nein, ER formt das Amt! Zum Wohle der Stadt.

In weiser Voraussicht lässt er zum Beispiel Augsburg mit einer Stadtmauer befestigen, was nicht unwesentlich für den Erfolg gegen die Ungarn ist.

Der Kaiser dankt Ulrich, in dem er Augsburg das Münzrecht verleiht.

Damit ist der Grundstein dafür gelegt, dass die Stadt im Mittelalter zu einer mächtigen, blühenden Handelsstadt mit einem sagenhaften Reichtum aufsteigt.

Ulrich selbst wird Berater des Kaisers.

Wirken als Bischof

Seine Aufgaben als Kirchenmann verliert Bischof Ulrich dabei nicht aus den Augen.

Er baut den von den Ungarn zerstörten Dom zu Augsburg wieder auf. Ebenso die zerstörten Klöster.

In seinem Bistum führt er eine Liturgieordnung für die kirchlichen Feiern ein.

Caritas

Fürsorge für die Schwachen, ist für den durchaus machtbewussten Bischof Ulrich ein weiteres Herzensanliegen.

Er beschließt eine regelmäßige Armenspeisung und Gründet ein Spital.

Kein Wunder, dass Ulrich aufgrund seiner Mildtätigkeit und Frömmigkeit bereits zu Lebzeiten wie ein Heiliger verehrt wird.

Erster Heiliger

Am 4. Juli 973 stirbt Bischof Ulrich hochbetagt in Augsburg.

Doch auch dann noch schreibt er Geschichte: Laut einer Überlieferung soll Ulrich bereits 20 Jahre nach seinem Tod, am 3. Februar 993, auf einer römischen Synode vom Papst heiliggesprochen worden sein.

Damit gilt er als der erste in einem offiziellen Heiligsprechungsverfahren bestätigte Heilige.