19.08.2017 - 09:20

Brillianter Wissenschaftler und frommer Christ Blaise Pascal

Er war ein wahres Multitalent und in der Schule, da kommt keiner an ihm vorbei. Blaise Pascal war Physiker, Mathematiker und Philosoph. Wirklich erstaunlich: Seine wichtigsten Entdeckungen machte er bereits in seiner Jugend: Blaise Pascal erfand die Rechenmaschine, wies das Vakuum nach und entwickelte zahlreiche mathematische Formeln. Blaise Pascal starb am 19. August 1662 in Paris.

"Es gibt nur zwei Arten von Menschen die man vernünftig nennen kann: jene, die Gott von ganzem Herzen dienen, weil sie ihn erkennen, oder jene, die ihn von ganzem Herzen suchen, weil sie ihn nicht erkennen."

Ein Zitat des französischen Mathematikers, Physikers, Schriftstellers und Philosophen Blaise Pascal. Blaise Pascal kam am 19. Juni 1623 im französischen Clermont-Ferrand zur Welt. Er stammt aus einem wohlhabenden französischen Adelshaus, sein Vater ist Richter. Bei der Geburt der zwei Jahre jüngeren Schwester stirbt die Mutter – Blaise Pascal ist mit zwei Jahren Halbwaise. Als er acht Jahre alt war, zog die gesamte Familie in die Hauptstadt Paris, denn der Vater möchte dem scheinbar hochbegabten Jungen die beste Ausbildung bieten.

"Es ist nicht auszudenken, was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen."

Als er zwölf Jahre alt ist, wird das herausragende mathematische Talent des Jungen entdeckt. Über seinen Vater hat er Zugang zu Pariser Intellektuellenzirkeln. Mit 16 begeistert er die Mitglieder mit der Berechnung von Kegelschnitten. Mit 19 erfindet er 1642 für seinen Vater die Rechenmaschine.

"Drei Arten von Menschen"

1646 hat Vater Pascal einen schweren Unfall. Die bis dahin nicht wirklich religiöse Familie kommt mit den Gedanken des holländischen Reformbischofs Jansenius in Kontakt, der für eine neue katholische Gnadenlehre eintrat:

"Es gibt drei Arten von Menschen: Die einen dienen Gott, da sie ihn gefunden haben, die anderen bemühen sich, ihn zu suchen, da sie ihn nicht gefunden haben, und die dritten leben dahin, ohne ihn zu suchen und ohne ihn gefunden zu haben. Die ersten sind vernünftig und glücklich, die letzten sind töricht und unglücklich. Die mittleren sind unglücklich und vernünftig."

Die Familie Pascal wird fromm und schließt sich den sogenannten Jansenisten an. Blaise Pascal demonstriert sogar neuen religiösen Eifer: Er bittet den Erzbischof darum, einen Priesterkandidaten zu maßregeln der seiner Meinung nach zu rational dachte.

Die wissenschaftliche Karriere

Die neue Gläubigkeit brachte Blaise Pascal jedoch nicht davon ab, mathematische und naturwissenschaftliche Studien zu betreiben. 1647 wies er die Existenz eines Vakuums, also des luftleeren Raums nach. 1653 veröffentlicht er einen wissenschaftlichen Aufsatz über den Luftdruck. Nach den umfangreichen Forschungsarbeiten in der Physik widmet sich Blaise Pascal gemeinsam mit seinem Freund Pierre de Fermat ab 1654 der Mathematik – der Wahrscheinlichkeitsrechnung.

"Jeder ist auf der Suche nach Glück. Auch der, der sich aufhängt."

In den Adelskreisen in denen Pascal verkehrte, wahren Glücksspiele als Zeitvertreib besonders populär. Die beiden Mathematiker untersuchen insbesondere Würfelspiele um eine Formel für die Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes zu errechnen. Blaise Pascal entwickelte das sogenannte Pascalsche Dreieck sowie die Binomialkoeffizienten. Doch der Allround-Forscher hat im Herbst 1654 eine depressive Verstimmung.

"Die Menschen beschäftigen sich damit, einem Ball und einem Hasen nachzujagen. Das ist selbst das Vergnügen der Könige."

Blaise Pascal zieht sich von seinen Freunden zurück und arbeitet weiter an seinen wissenschaftlichen Arbeiten und verfasst religiös motivierte Schriften. Nach einem Unfall beschließt er, nun völlig in religiöser Frömmigkeit zu leben: Fortan hatte er fast nur noch Kontakt zu den Jansenisten.

"Der asketische Lebensstil forderte seinen Tribut"

Als ein Jansenist aus der theologischen Fakultät der Pariser Universität Sorbonne ausgeschlossen wird, schließt sich Blaise Pascal einer Gruppe an, die polemisch satirische Schriften verfasst. Es kam zu einem Glaubenskampf zwischen Jansenisten und Jesuiten, den letztendlich die Jesuiten für sich gewannen. Enttäuscht zieht er sich abermals zurück und arbeitet an seinem Werk Pensées. Doch sein asketischer Lebensstil forderte seinen Tribut. Immer häufiger versagte das Immunsystem: Blaise Pascal konnte über Wochen nicht arbeiten.

"Wir sehnen uns nach der Wahrheit und finden in uns nur Ungewissheit.

Wir streben nach dem Glück und finden nur Elend und Tod.

Wir sind unfähig, uns nicht nach Wahrheit und Glück zu sehnen, und wir sind der Gewissheit wie des Glücks unfähig.

Dieses Verlangen ist uns erhalten geblieben, um uns zu bestrafen, und auch, um uns empfinden zu lassen, von welchem Ort wir herabgesunken sind."

Im Jahre 1662 gründet Blaise Pascal noch mit einem Freund zusammen ein Droschkenunternehmen – das erste Nahverkehrsunternehmen in Paris überhaupt. Doch das hochbegabte Multitalent war bereits schwer erkrankt. Seinen gesamten Hausrat verkaufte er zugunsten Wohltätiger Zwecke.

Am 19. August 1662 verstarb Blaise Pascal mit 39 Jahren.