Bertha von Suttner
Bertha von Suttner

21.06.2017 - 09:20

Die erste Frau, die den Friedensnobelpreis erhielt Bertha von Suttner

Sie war die wohl bekannteste und einflussreichste Frau der damaligen Zeit. Und noch heute ist sie überall präsent: Ihr Porträt ist auf dem österreichischen Zwei-Euro-Stück verewigt, in vielen Städten sind Straßen oder Plätze nach ihr benannt: Bertha von Suttner war österreichische Schriftstellerin und Pazifistin. 1905 bekam sie als erste Frau den Friedensnobelpreis verliehen. Bertha von Suttner starb am 21. Juni 1914.

Pazifistin - Vegetarierin - Schriftstellerin

"Meiner Überzeugung nach wird auch einst die Zeit kommen, wo niemand sich wird mit Leichen ernähren wollen, wo niemand sich mehr zum Schlächterhandwerk bereitfinden wird. Wie viele unter uns gibt es schon jetzt, die niemals Fleisch essen würden, wenn sie selber das Messer in die Kehle der betreffenden Tiere stoßen müssten."

Bertha von Suttner kommt am 9. Juni 1843 als Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau zur Welt. Ihr Engagement als Pazifistin, Vegetarierin und nicht zuletzt als österreichische Schriftstellerin macht sie weltberühmt.

Von der Adelsfrau zur Gouvernante

Bertha von Suttner stammt aus einem böhmischen Adelshaus. Das militaristische und aristokratische Umfeld in der österreichisch-ungarischen Monarchie prägt sie früh. Ihr Vater, der noch vor ihrer Geburt stirbt, war General, die junge Bertha wächst bei ihrer Mutter auf.

Als das väterliche Erbe aufgebraucht ist, verlässt die 30-jährige Bertha ihre Heimat und wird Gouvernante im Haus des Freiherrn Karl von Suttner. Sie verliebt sich in den jüngsten Sohn Suttners, den sie 1876 heimlich und gegen den elterlichen Willen in Wien heiratet.

Schriftstellerin und Journalistin

"Der nächste Krieg wird von einer Furchtbarkeit sein wie noch keiner seiner Vorgänger."

Während des russisch-türkischen Krieges 1877 beginnt Bertha mit ihrer schriftstellerischen und journalistischen Tätigkeit. Sie schreibt vor allem für österreichische Zeitungen Kurzgeschichten und Essays. Ihr Fokus liegt vor allem bei sozialen und pazifistischen Themen.

Worte für den Frieden

1886 schreibt sie das Buch "High Life". Im Jahre 1889 veröffentlicht sie ihren pazifistischen Roman "Die Waffen nieder".

"Nach der Kriegserklärung heißt es plötzlich von allen Schrecknissen "es gilt nicht". Totschlag gilt nicht mehr als Totschlag, Raub ist nicht Raub sondern Requisition, brennende Dörfer stellen keine Brandunglücke sondern genommene Positionen vor."

Taten für den Frieden

Im Winter 1890/91 residiert das Ehepaar von Suttner in Venedig. Während ihres Aufenthaltes regt Bertha von Suttner die Gründung der Friedensgesellschaft Venedig an.

1891 kündigt sie die Gründung einer österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde an, Bertha von Suttner wird von ihrer Gesellschaft zur Präsidentin ernannt. In der folgenden Zeit häufte sich die Gründung von pazifistischen Organisationen. Zudem nimmt Bertha von Suttner an mehreren pazifistischen Kongressen teil.

"Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen, nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden."

Einsatz für den Frieden trotz persönlichem Unglück

1897 überreicht sie dem österreichischen Kaiser Franz-Josef eine Unterschriftenliste mit dem Plädoyer für ein internationales Schiedsgericht.

Doch das Säbelrasseln ist schon damals nicht mehr zu überhören, insbesondere der deutsche Kaiser brüskierte die europäischen Nachbarn mit seiner Großmannssucht. Deutschland strebt nach Kolonien und einer Flotte.

Am 10. Dezember 1902 stirbt ihr Ehemann Arthur Gundaccar von Suttner. Bertha von Suttner steigert ihr pazifistisches Engagement noch weiter. Sie nimmt an Kongressen teil, organisiert Demonstrationen, reist nach Boston zum Weltfriedenskongress.

Friedensbertha

Nennt man sie in Deutsch-Nationalen Kreisen abfällig.

Am 10. Dezember 1905 erhält Bertha von Suttner als erste Frau den von ihr mitangeregten Friedensnobelpreis.

Wiederholt warnt sie ab 1912 vor den Folgen eines internationalen Vernichtungskrieges.

 

Bertha von Suttner erliegt am 21. Juni 1914, wenige Wochen vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges, einem Krebsleiden.