Bernhard Michels
Bernhard Michels
Figur des Heiligen Blasius
Figur des Heiligen Blasius
Gesegnete Kerzen an Mariä Lichtmess
Gesegnete Kerzen an Mariä Lichtmess

03.02.2019 - 00:00

Alle Wetter! 1. Februar-Woche: Lerchengesang und Blasiussegen

"Wenn an Lichtmess der Dachs seinen Schatten sieht, er noch vier Wochen in seinen Bau flieht." Der DOMRADIO.DE-"Wetterprophet" Bernhard Michels erklärt altes Wetterwissen und Bauernregeln.

In einer kleinen Reihe beleuchtet "Wetterprophet" Bernhard Michels altes Wetterwissen und Bauernregeln. Ist etwas dran an dieser Weisheit zum Novemberwetter – das war und ist nicht sehr beliebt …

"Das ist ein uralte Regel, die europäische Siedler im 18. Jahrhundert mit in die USA genommen und daraus ist dann der Murmeltiertag entstanden", so der Wetterprophet, "Wenn das Wetter rund um Lichtmess schön ist und der Dachs seinen Schatten sieht, heißt das – die Sonne scheint und wir haben ein Hochdruckgebiet, dann ist der Himmel klar und die Luft ist kalt. Und die Wetterlage, die wir Anfang Februar haben, hat eine „Erhaltungsneigung“. Sie bleibt also für einen längeren Zeitraum. Für den Dachs bedeutet es noch vier weitere Wochen kaltes Wetter, die er lieber wieder in seinem Bau verbringt."

Wetterphänomene Wissenschaft und Bauernregeln

Wetterkapriolen narren selbst Wissenschaftler: Vorhersagen Tiefdruck- und Hochdruckgebiete ankündigen und großflächig Regengebiete oder wolkenlosen Himmel abbilden. Ob der Schauer dann wirklich im eigenen Garten runterkommt oder nicht, also lokale Wetterphänomene, kann man meistens nicht ablesen. Jedenfalls nicht am Wetterbericht.

Wie das Wetter im eigenen Umfeld wird, haben Bauern seit Jahrhunderten nicht nur beobachtet, sondern sie haben Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge mit Hilfe von Bauernregeln festgehalten und weitergegeben. Immer wieder werden von "Wetterpropheten" neue Zusammenhänge erkannt und gedeutet. Königskerze, Weinrebe oder Ameisenhügel – Wetterpropheten wagen anhand der ungewöhnlichsten Phänomene Vorhersagen.

Lostage der 1. Februar-Woche

Der alte deutsche, kaum noch übliche Name Hornung kommt von Hor (Kot), weil in diesem Monat Tauwetter eintritt. Eine andere Erklärung bietet das Wort Horn, weil gewöhnlich in diesem Monat starke Hirsche ihr Geweih abwerfen (Hornen). Im Laufe der Zeit haben sich Volksglaube, Wetterbeobachtungen und Wissen über die Natur zu Bauernregeln verwoben und mit bestimmten Tagen verbunden, den Lostagen. Von diesen sind die meisten Heiligengedenktage. Zwei aus dieser Woche:

2. Februar: Mariä Lichtmess (Darstellung des Herrn)

Das Fest der Darstellung des Herrn gehört zu den älteren Marienfesten und fußt auf dem Lukasevangelium (2,22f.), wie die Eltern Jesu das Kind zum Reinigungsopfer in den Tempel bringen. Bis zur Kalenderreform

von 1969/70 hieß das Fest „Mariä Reinigung“. Im deutschen Sprachraum führte der Brauch der Kerzensegnung und der Lichterprozession zu der Bezeichnung „Mariä Lichtmess“. Nach dem Brauchtum endet an diesem Tag die Weihnachtszeit, und der Weihnachtsschmuck (Weihnachtsbäume) in den Kirchen und zu Hause wird abgebaut.

 

Solange die Lerche vor Lichtmess singt,

so lang schweigt sie hernach still.

 

Am Lichtmesstage

Sonnenschein –

Bauer, schließ dein Futter ein.

 

3. Februar: hl. Blasius

Blasius (3. Jh.–um 316) erlitt unter Kaiser Licinius (oder bereits unter Diokletian) nach schrecklichen Qualen den Märtyrertod. Von seinem Leben wissen wir nur aus Legenden. Eine Quelle berichtet, er habe im Kerker einen Knaben, der sich an einer Fischgräte verschluckt hat, durch sein Gebet vor dem Erstickungstod gerettet. Darauf geht der im 16. Jahrhundert entstandene Brauch des Blasiussegens mit gekreuzten

Kerzen zurück. Blasius zählt zu den Vierzehn Nothelfern und ist Patron der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Blasmusikanten, Wollhändler, Schneider, Schuh- und Hutmacher, Weber, Gerber, Bäcker, Müller, Maurer, Steinmetze, Seifensieder, Wachszieher und Nachtwächter sowie gegen Halsleiden, Husten, Kehlkopfkrankheiten, Diphterie, Blasenkrankheiten, Blähungen, Blutungen, Geschwüre, Koliken, Zahnschmerzen, Pest, Kinderkrankheiten und gegen Sturm und wilde Tiere.

 

Zu Sankt Blasius
es Lammbraten geben muss.

 

Der Blasiustag
stößt dem Winter die Hörner ab.

 

 

(Zitate sind Auszug aus: Kurt Haberstich / Gerhard Hartmann, Wie Heilige unser Wetter bestimmen, topos premium Verlag / 20.60 €)