Bernhard Michels
Bernhard Michels
"Wir schauen auf das Kind"
"Wir schauen auf das Kind"

22.12.2018 - 00:00

Alle Wetter! 4. Dezember-Woche: Adam, Eva und das Christfest

"Zwiebelschale dünn und klein, soll ein milder Winter sein. Zwiebelschale dick und zäh, harter Winter - herrjemineh."

In einer kleinen Reihe beleuchtet "Wetterprophet" Bernhard Michels altes Wetterwissen und Bauernregeln. 

Auch an dieser Regel ist definitiv etwas dran, meint Michels. Schon seine eigenen Vorfahren hätten dies beobachtet. "Wer selbst Zwiebeln im Garten hat, möge sie so lange wie möglich im Boden lassen. Und dann im Dezember auf die Schale schauen. Haben die Zwiebeln eine dicke Schale, wird der Winter streng", ergänzt der Wetterexperte.

Wetterphänomene Wissenschaft und Bauernregeln

Wetterkapriolen narren selbst Wissenschaftler: Vorhersagen Tiefdruck- und Hochdruckgebiete ankündigen und großflächig Regengebiete oder wolkenlosen Himmel abbilden. Ob der Schauer dann wirklich im eigenen Garten runterkommt oder nicht, also lokale Wetterphänomene, kann man meistens nicht ablesen. Jedenfalls nicht am Wetterbericht.

Wie das Wetter im eigenen Umfeld wird, haben Bauern seit Jahrhunderten nicht nur beobachtet, sondern sie haben Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge mit Hilfe von Bauernregeln festgehalten und weitergegeben. Immer wieder werden von "Wetterpropheten" neue Zusammenhänge erkannt und gedeutet. Königskerze, Weinrebe oder Ameisenhügel – Wetterpropheten wagen anhand der ungewöhnlichsten Phänomene Vorhersagen.

Lostage der 4. Dezember-Woche

Zur Erinnerung an die Geburt Christi und das Weihnachtsfest erhielt dieser Monat auch den Namen Christmonat. Auf den 21. oder 22. Dezember fällt Winters Anfang, der kürzester Tag und die längste Nacht des Jahres. Im Laufe der Zeit haben sich Volksglaube, Wetterbeobachtungen und Wissen über die Natur zu Bauernregeln verwoben und mit bestimmten Tagen verbunden, den Lostagen. Von diesen sind die meisten Heiligengedenktage. Zwei aus dieser Woche:

 

21. Dezember: hl. Apostel Thomas

Thomas gehörte zum Kreis der Zwölf Apostel. Aufgrund des Berichtes im Johannesevangeliums (20,24–29) bekam er das Attribut „der Ungläubige“. Der Überlieferung zufolge war er als Missionar in Indien tätig, wo er den Märtyrertod erlitt. Bis zur Gregorianischen Kalenderreform 1582 war an diesem Tag der Gedenktag der hl. Lucia (nun 13. Dezember). Seit der Kalenderreform 1969/70 ist der 3. Juli der Gedenktag für den Apostel Thomas. Er ist Patron der Architekten, Geometer, Maurer, Zimmerleute, aller Bauarbeiter, der Steinhauer, Feldmesser und – wegen seiner Zweifel – der Theologen; bei Rückenschmerzen und Augenleiden sowie für gute Heirat.

 

Wenn Sankt Thomas dunkel war,
gibt’s ein schönes neues Jahr.

Friert’s am kürzesten Tag,
vom Felde billig’ Korn heimtrag’;
ist es aber lindes Wetter,
so sind dann auch die Preise fetter.

 

 

24. Dezember: Heiligabend – Adam und Eva

Am Heiligen Abend ist der Gedenktag von Adam und Eva, nach Genesis 2 die Stammeltern der Menschheit. Nach einer früh verbreiteten Legende wurde Adam auf Golgota in Jerusalem begraben, und durch das Erdbeben beim Kreuzestod Christi wurde sein Schädel sichtbar. Daher ist bei vielen Kruzifixen und Kreuzigungsszenen ein Totenkopf oder ein ganzes Skelett zu Füßen des Kreuzes dargestellt. Die Kirche sieht in Adam einen Vorfahren Jesu. Daher ist sein Gedenktag am Vorabend des Festes der Geburt des Herrn. Adam und Eva sind Patrone der Gärtner und Schneider.

 

Wie’s Wetter zu Adam und Eva war,
so bleibt’s wohl bis zum End’ vom Jahr.

 

Fallen in der Christnacht Flocken,
wird sich der Hopfen gut bestocken.

 

Ist die Christnacht hell und klar,
folgt ein höchst gesegnet’ Jahr,

 

Wer sein Holz um d’Christmett fällt,
dem sein Haus wohl zehnfach hält.

 

25. Dezember: Weihnachten – Geburt des Herrn

Um 335 begann man in Rom, das Weihnachtsfest zu feiern. Der eigentliche Geburtstag Jesu ist nicht bekannt. Dass man das Fest auf den 25. Dezember in die Nähe der Wintersonnenwende (21. Dezember) legte, kann symbolische Bedeutung haben. Die heidnische Gottheit sol invictus, der unbesiegbare Sonnengott, deren Festtag zur Wintersonnenwende gefeiert wurde, sollte durch Christus, der als das wahre Licht in die Welt kam, abgelöst werden. Seit dem 6. Jahrhundert kennt die päpstliche Liturgie für die Stadt Rom die Feier des Festes in drei Kirchen: um Mitternacht in Santa Maria Maggiore („Christmette“), am frühen Morgen in Santa Anastasia („Hirtenmesse“) und den Hauptgottesdienst am Vormittag in der Petersbasilika.

 

Weihnachten klar,
gutes Weinjahr.

 

Weihnachten im Klee,
Ostern im Schnee.

 

 (Zitate sind Auszug aus: Kurt Haberstich / Gerhard Hartmann, Wie Heilige unser Wetter bestimmen, topos premium Verlag / 20.60 €)