Inzwischen seien bereits etwa eine Million Euro für das Erdbebengebiet zusammen gekommen. «Das ist eine tolle Leistung, für die ich von Herzen dankbar bin», so Rüttgers. Zusätzlich habe die Landesregierung 300.000 Euro für Soforthilfen zur Verfügung gestellt. Mit dem Geld würden vor allem Kindergärten und Schulen im Erdbebengebiet wiederaufgebaut.
Nach Angaben von Rüttgers haben die an der Haiti-Initiative beteiligten Organisationen bereits 13 Tonnen Medikamente auf den Weg gebracht. Zahlreiche Ärzte, Sanitäter und Aufbauhelfer seien in das Katastrophengebiet geschickt, Gesundheitsstationen errichtet und die Verteilung von Trinkwasser aufgenommen worden. Daneben seien Zehntausende Wasserreinigungstabletten verteilt worden, so der Ministerpräsident, der auch Schirmherr der Aktion ist.
Laschet sprach von einer «bemerkenswerten Initiative». Die beteiligten Organisationen hätten sich verständigt, unter einer gemeinsamen Kontonummer Spenden für die Erdbebenopfer zu sammeln. Viele Menschen seien bei den zahlreichen Hilfsaufrufen ratlos, welchen Organisationen sie ihr Geld spenden sollten. Mit diesem von der Landesstiftung «Umwelt und Entwicklung» koordinierten Bündnis werde bereitwilligen Spendern «die Sorge genommen, dass das gespendete Geld nicht dort ankommt, wo es ankommen soll». Die Landesregierung könne sich dafür verbürgen, dass das gesammelte Geld an zehn seriöse Organisationen fließe, versicherte der Integrationsminister.
Auch katholische Werke an Bord
Zur Initiative gehören action medeor, Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Care Deutschland, Deutsche Welthungerhilfe, HELP, das Kindermissionswerk «Die Sternsinger», Kindernothilfe, Malteser, Misereor und UNICEF.
Nach Einschätzung von Laschet ist die Erdbebenkatastrophe von Haiti dramatischer als der Tsunami 1994. Beim Tsunami sei nur ein Teil des Landes betroffen gewesen, in Haiti jedoch «die komplette Infrastruktur eines Staates» zusammengebrochen. «Der Erzbischof ist tot, der Regierungssitz und die UN-Vertretung zerstört», so Laschet. Es fehlten einfach die «natürlichen Ansprechpartner». Der Integrationsminister kündigte an, in den kommenden Wochen würden zahlreiche Prominente zu Spenden für «Nordrhein-Westfalen hilft Haiti» aufrufen. Neben den Sparkassen sollten Zeitungsverlage für kostenlose Werbekampagnen gewonnen werden.
Hinweis: Das Spendenkonto ist bei der Sparkasse Köln Bonn eingerichtet, Kontonummer 12 34 4, Bankleitzahl 370 501 98, Stichwort «NRW hilft Haiti».
Aktion "NRW hilft Haiti" gestartet
Gemeinsam gegen die Not
Zehn Hilfsorganisationen aus Nordrhein-Westfalen beteiligen sich an der Spendenaktion des Landes Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Integrationsminister Armin Laschet stellten die Aktion "Nordrhein-Westfalen hilft Haiti" am Mittwoch in Düsseldorf vor.
Share on