"Ich appelliere an die Verantwortlichen der Nationen und alle Menschen guten Willens, Gewalt als Lösung für Probleme stets abzulehnen und der Versuchung des Hasses zu widerstehen", sagte der Papst. Bei seinem eintägigen Besuch betonte der der Heilige Vater zudem die Unauflöslichkeit der Ehe und warnte vor einer Banalisierung von Sexualität. Die Unauflöslichkeit der Ehe dürfe nicht in erster Linie als Einschränkung verstanden werden. Sie sei vielmehr als Geschenk zu begreifen, das "jenseits aller wechselvollen menschlichen Situationen gewünscht, angestrebt und gelebt werden muss", hob der Papst hervor.
In der heutigen Gesellschaft herrsche scheinbar eine "Verherrlichung des Körpers" vor, die tatsächlich jedoch zu einer Banalisierung von Sexualität führe. Die Ehe sei von einem moralischen Relativismus bedroht. Der Gleichklang der Gefühle und Empfindungen scheine heute vielen wichtiger als ein langfristiges gemeinsames Lebensprojekt.
Familie ein "unersetzliches Gut"
Benedikt XVI. unterstrich weiter, die Familie sei das "unverzichtbare Fundament der Gesellschaft und eine lebensnotwendige Gemeinschaft für den Weg der Kirche". Bei einer Begegnung mit Familien und Priestern im Dom von Ancona betonte er, vor allem für die Kinder seien Familien ein "unersetzliches Gut". Insbesondere in der heutigen Zeit bedürfe die Familie besonderer Fürsorge.
Der Papst äußerte sich zudem besorgt über die soziale Situation der jungen Generation in Italien. Die gegenwärtigen Schwierigkeit, ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis zu finden, werfe einen "Schleier der Ungewissheit" über die Zukunft.
Nach seiner Ankunft in Ancona hatte sich Benedikt XVI. gegen eine Verdrängung Gottes aus dem öffentlichen Leben und eine Selbstüberschätzung des Menschen gewandt. Gewisse Ideologien hätten Gott beiseitegeschoben oder allenfalls als private Angelegenheit toleriert und die Gesellschaft allein nach den Gesichtspunkten von Macht und Wirtschaft organisiert. Die Geschichte habe jedoch auf "dramatische Weise" gezeigt, wie das Ziel gescheitert sei, solchermaßen Entwicklung, materielles Wohlergehen und Frieden für alle zu garantieren.
Papst Benedikt XVI. besucht Ancona und ruft zur Stärkung von Familie und Ehe auf
Gott nicht aus dem öffentlichen Leben verdrängen
Papst Benedikt XVI. hat der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 gedacht und zu einem friedlichen Zusammenleben der Völker aufgerufen. An die Stelle von Hass müssten Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden treten, forderte Benedikt XVI. nach einer großen Messe mit rund 100.000 Teilnehmern zum Abschluss des nationalen Eucharistischen Kongresses in Ancona.
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