Der "Wort zum Sonntag"-Sprecher über seinen Eurovision-Auftritt

"Eine große Chance"

Der "Wort zum Sonntag"-Sprecher Gereon Alter sieht den Eurovision Song Contest als "große Chance für die Kirche". Der Essener Pastor ist kurz vor dem ESC-Finale in Düsseldorf mit dem traditionellen "geistlichen Grußwort" im Ersten zu sehen.

 (DR)

Die Kirche könne sich von einer Seite zeigen, "die sonst wenig in der Öffentlichkeit steht", so Alter im Interview mit domradio.de, nämlich, "dass wir eine Gemeinschaft sind, die sich auch mitfreuen kann, wenn Leute ihre Talente entfalten". Darin sehe er eine große Chance.



Er finde Lena gut, und sie werde sicher viele Punkte bekommen. Den Sieg würde er aber eher einem der anderen Teilnehmer gönnen: "Der Grand Prix lebt ja auch davon, dass die Karawane immer weiterzieht. Ich denke, jetzt ist ein anderes Land dran."



Sein persönlicher Favorit beim ESC sei der italienische Sänger Raphael Gualazzi mit dem Jazzsong "Madness of Love", sagte Alter, der fünf Jahre in Italien gelebt hat. "Aber ich glaube nicht, dass er das Rennen machen wird", sagte der Pastor, der beim ESC-Finale selbst als Zuschauer in der Düsseldorfer Arena sitzen wird.



"Gar nicht so seicht"

In seinem "Wort zum Sonntag" wolle er an das diesjährige ESC-Motto "Feel your heart beat" anknüpfen, kündigte Alter an. Ein lebendiger Mensch zu sein, mitzufühlen "und das Leben so zu nehmen wie es ist", darum gehe es auch beim Christsein. In seiner Ansprache werde es auch um die Liedtexte der ESC-Songs gehen, sagte der katholische Pastor. Er habe sich alle Texte und alle Beiträge angeschaut. "Ich war ganz überrascht, dass es gar nicht so seicht war, wie ich erwartet hätte", sagte der 43-Jährige.



Alter gehört seit Anfang 2010 zu dem achtköpfigen Team der "Wort zum Sonntag"-Sprecher. Es sei schön, "auch einmal ein fröhliches Ereignis kommentieren zu dürfen", sagte er. Davor sprach er unter anderem bereits zum Unglück bei der Duisburger Loveparade im vergangenen Juli sowie zu den Konsequenzen des Erdbebens in Japan.



Normalerweise wird "Das Wort zum Sonntag" in einem Fernsehstudio aufgezeichnet. Dieses Mal sollte es in der ESC-Arena produziert werden, nach Angaben von Alter wahrscheinlich am Freitagabend vor dem "Jury-Finale".