Diese Bibliothek von etwa 140.000 Bänden mit einem Altbestand von teilweise seltenen Inkunabeln und 200 Handschriften diente der Philosophisch-Theologischen Hochschule "Albertus-Magnus-Akademie" bis zur Einstellung des dortigen Lehrbetriebs vor einigen Jahren. Die überaus wertvolle Bibliothek mit ihrer einmaligen Sammlung von Quellen und Forschungsliteratur zur Scholastik wurde durch einen so genannten Depositalvertrag vom 24. September 2004 der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek in Köln anvertraut.
Die vertraglich vereinbarte Übernahme der Bibliothek St. Albertus Magnus kam 2007 buchstäblich ins Rollen: Im Mai und Juni jenes Jahres wurden zunächst in Walberberg die Bestandsgruppen im Blick auf die künftige Unterbringung gesichtet und in Köln die erforderlichen Platzkapazitäten für die Aufnahme der Bestände geschaffen. Der wertvollste Altbestand der Bibliothek mit Urkunden, Handschriften, Inkunabeln und seltenen Werken kam in einem ersten Schritt in den Tresor der Diözesan- und Dombibliothek.
Während der Monate Juli und August 2007 schloss sich dann der Hauptumzug an. Im Sommer 2008 wurden die elektronisch verfügbaren Daten zum Bestand der Dominikanerbibliothek Walberberg in den Online-Katalog der Diözesan- und Dombibliothek eingespielt und den Bibliotheksnutzern zugänglich gemacht. Zusätzlich wurden die Zeitschriftenbestände der Bibliothek St. Albert in die Zeitschriftendatenbank (ZDB) eingepflegt. Im laufenden Jahr 2009 schließlich veranlasste die Diözesanbibliothek die Digitalisierung des Alphabetischen Zettelkatalogs und des Schlagwortkatalogs der Dominikanerbibliothek. Mit deren Abschluss ist die Integration dieses Deposits vollendet. Der Bestand ist nun ebenso für den Benutzer verfügbar wie die übrigen Bestände der Diözesanbibliothek.
Die Verbindung der Dominikanerbibliothek St. Albert mit der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek Köln sprengt den Rahmen üblicher Depositalverträge - sie kann ohne Zweifel als ein bibliotheksgeschichtliches Ereignis angesehen werden: hier wurden die wegen ihrer weltberühmten Handschriften bedeutendste deutsche Diözesanbibliothek mit einer der größten und bekanntesten Ordensbibliotheken vereinigt. Die Bestände beider Bibliotheken ergänzen sich auf Grund ihrer bislang sehr unterschiedlichen Ausrichtung in hervorragender Weise, so dass hier durch die Zusammenlegung ein großer Synergieeffekt zu erwarten ist.
Die Dominikanerprovinz Teutonia bleibt Eigentümerin des Deposits und behält auch Einfluss auf dessen Verwaltung und aktualisierende Vermehrung. Insbesondere benennt der Orden auch weiterhin einen Leiter der Bibliothek St. Albert. Dieser ist in fachlicher Hinsicht erster Ansprechpartner des Direktors der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek. Alle Beteiligten sind sich einig, dass dieser Vertrag ein Optimum für die Erhaltung einer Ordensbibliothek darstellt, nachdem sie ihre Funktion als Hochschulbibliothek verloren hat, wobei auch ihre wissenschaftliche Nutzung weiter gewährleistet wird.
Albertus-Magnus-Bibliothek nun dauerhaft in Köln
"Bibliothekenhochzeit" von historischer Bedeutung
Vor sechs Jahren wurde mit den ersten Vorbereitungen begonnen, jetzt ist das große Werk vollendet: Am Samstag, einen Tag vor dem Fest des heiligen Kirchenlehrers Albertus Magnus, wurde mit einem Festakt mit Erzbischof Joachim Kardinal Meisner und Vertretern des Dominikanerordens die Integration der Walberberger Bibliothek in den Bestand der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek feierlich begangen.
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