Kirche ruft Eltern zur Teilnahme an Bundestagswahl auf

Mehr Kinder wagen und wählen gehen

Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky und die Präsidentin des Familienbundes der Katholiken, Elisabeth Bußmann, haben alle Eltern zur Teilnahme an der Bundestagswahl aufgerufen. Sie sollten auf diesem Weg die Interessen der Kinder vertreten, erklärten sie am Mittwoch in Berlin anlässlich des Weltkindertages am 20. September. Sterzinsky leitet die Familienkommission der Deutschen Bischofskonferenz, der Familienbund startet die Internetabstimmung "Mehr Kinder wagen".

 (DR)


Zugleich mahnten Sterzinsky und Bußmann in dem Aufruf die Parteien, auch in der gegenwärtig wirtschaftlich schwierigen Zeit die Belange der Familien besonders zu berücksichtigen. Dem staatlichen Rettungsschirm für die Wirtschaft müsse nun ein Schutzschirm für Familien folgen. Dieser müsse über finanzielle Leistungen hinaus auch eine familienfreundliche Arbeitswelt und weitere Anstrengungen in der Bildungspolitik umfassen.



Zur Bundestagswahl ruft der Familienbund der Katholiken zu einer Internetabstimmung über familienpolitische Themen auf. Unter dem Motto "Staat frei für eine Politik, die Familien Zukunft sichert" kann auf einer Website über fünf zentrale Forderungen des Familienbundes abgestimmt werden.

Zu den Forderungen des Familienbundes gehören etwa eine Aufstockung des Kindergeldes auf 300 Euro pro Kind, die Erhöhung der Kinderregelsätze bei Hartz-IV-Empfängern, anerkannte flexible Arbeitszeitmodelle sowie der Ausbau eines qualitativ hochwertigen Betreuungsangebots.

Jede Bürgerin und jeder Bürger könne online an der Wahl für eine sozialere Familienpolitik teilnehmen und aus den fünf Forderungen jeweils drei auswählen. Das Ergebnis der Abstimmung werde der neuen Bundesregierung im Herbst präsentiert, so der katholische Verband.