Theater und Opernhäuser in NRW widmen sich biblischen Themen

Joseph, Moses und Matthäus

Biblische Themen sind derzeit auf gleich auf mehreren NRW-Bühnen zu sehen. Das Düsseldorfer Schauspielhaus zeigt "Joseph und seine Brüder", "Moses und Aaron" läuft in der Deutschen Oper am Rhein und das Bonner Opernhaus präsentiert in der Karwoche die "Matthäus-Passion" in der Inszenierung von John Neumeier.

 (DR)

Thomas Manns «Joseph»-Roman erzählt vielschichtig und phantasievoll die alttestamentarische Josephgeschichte. Als Auftragsarbeit für das Düsseldorfer Schauspielhaus schuf Autor und Dramaturg John von Düffel die viereinhalbstündige Bühnenfassung rund um den Lieblingssohn des alten Patriarchen Jaakob. Der wird von seinen älteren Brüdern in einen Brunnen geworfen und anschließend als Sklave nach Ägypten verkauft. Dort steigt er bis zum Stellvertreter des Pharao auf und begegnet Jahre später an dessen Hof seinen Brüdern wieder, ohne sich an ihnen zu rächen. Doch am Ende reicht der wirtschaftliche Erfolg Josephs nicht aus, um den väterlichen Segen zu bekommen. Die Premiere am 15. Februar ist bereits ausverkauft.

   Am 20. März erlebt die Neuinszenierung von Schönbergs Oper «Moses und Aaron» am Düsseldorfer Opernhaus ihre Premiere. Moses ist aufgefordert, dem Volk der Israeliten den einzigen Gott zu verkündigen und es aus ägyptischer Knechtschaft zu befreien. Sein Bruder Aaron soll der Vermittler dieses Auftrags sein. Während Moses die Reinheit des Gedankens vertritt und blindes Vertrauen in den einzigen, unvorstellbaren und unsichtbaren Gott verlangt, weiß Aaron, dass das Volk nur durch sichtbare Zeichen überzeugt werden kann. Als Moses vierzig Tage fern bleibt, um auf dem Berg der Offenbarung die Gesetze Gottes entgegenzunehmen, verlangt das Volk die alten Götzen zurück. Es kommt zum Tanz ums goldene Kalb, durch das die Israeliten die Gnade der Auserwähltheit verwirken und dazu, dass Moses resigniert die göttlichen Gesetzestafeln zerbricht.

   Am Opernhaus der Bundesstadt Bonn kommt am 7. April die «Matthäus-Passion» des Balletts Hamburg zur Aufführung.
Choreographie, Inszenierung und Ausstattung zur Musik von Johann Sebastian Bach verantwortet John Neumeier. Für den weltweit renommierten Choreographen war die Arbeit an diesem Stück «wie die Suche nach einer Sprache für religiöse Inhalte und nach einer choreographischen Form für Bachs musikalische Formulierung».
Neumeiers «Matthäus-Passion» wurde bereits als «Welterfolg mit Kultcharakter» in Europa, Amerika und Asien gefeiert.