UNICEF-Foto des Jahres zeigt Mädchen in haitianischem Slum

Bilder, die tief berühren

Das Bild von einem Mädchen in einem weißen Kleid in einem Elendsviertel der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince ist "UNICEF-Foto des Jahres 2008". Die Aufnahme der 21-jährigen Fotografin Alice Smeets führe den Lebensmut und die Energie eines Mädchens vor Augen, das mitten im Elend aufwachse, so die Begründung der Jury.

 (DR)

Das Siegerfoto ist Teil einer Serie über das Aufwachsen in Haiti, die Smeets bei zwei Reisen durch den Karibikstaat fotografiert hat.

Den Angaben von UNICEF zufolge ist die Hälfte der Bevölkerung unter 18 Jahre alt. Mehr als 100.000 Kleinkinder leiden unter Mangelernährung. Vier von zehn Kindern wachsen in absoluter Armut auf. Ein Drittel aller Mädchen und Jungen wird zudem kaum gesundheitlich versorgt. Jedes fünfte Kind hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Der zweite Preis ging an den Israeli Oded Balilty (Nachrichtenagentur AP) für sein Bild von Überlebenden nach dem Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan. Bei dem Erdbeben am 12. Mai 2008 kamen nach offiziellen Angaben 70.000 Menschen ums Leben, viele Kinder wurden getötet, weil Schulgebäude über ihnen zusammenbrachen.

Den dritten Preis erhielt der Ungar Balazs Gardi (VII Network, Alexia Foundation) für sein Bild eines Mannes im Nordwesten Afghanistans, der ein verletztes Kind in seinem Arm hält. Die Aufnahme ist Teil der Serie «Kollateralschaden», die Gardi in dem von den Taliban beherrschten Korengal-Tal in der Kunar-Provinz aufgenommen hat. Dort gab es den Angaben von UNICEF zufolge allein in den ersten elf Monaten dieses Jahres 256 gewaltsame Angriffe vor allem auf Mädchenschulen, bei denen 58 Menschen ums Leben kamen.

Bei dem Wettbewerb «UNICEF-Foto des Jahres» werden Fotos und Fotoreportagen ausgezeichnet, die die Persönlichkeit und Lebensumstände von Kindern auf herausragende Weise dokumentieren. Der Fotograf des Siegerfotos erhält von der Zeitschrift GEO einen Fotoreportage-Auftrag.