In der «Aktion Deutschland Hilft» haben sich zehn Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, darunter die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser-Hilfsdienst, der Arbeiter-Samariter-Bund und AWO International. Schirmherr der Aktion ist der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Ziel des Bündnisses sei es, im Falle großer Katastrophen die Kräfte der Mitglieder zu bündeln sowie schnellere und effektivere Hilfe leisten zu können, sagte Roßbach.
Bei den Spendeneinnahmen sei das Aktionsbündnis stark vom Umfang des Medieninteresses an einzelnen Katastrophen abhängig, sagte Roßbach. Im vergangenen Jahr habe die Aktion fünf Spendenaufrufe gestartet. Insgesamt seien 3,1 Millionen Euro eingegangen. Im Jahr zuvor waren es noch knapp vier Millionen Euro. Insgesamt seien 2007 knapp 30 Millionen Euro in die Projekte der Bündnispartner geflossen. Der Rückgang der Spenden sei durch das geringere öffentliche Interesse an den Naturkatastrophen im vergangenen Jahr zu erklären. Im laufenden Jahr erwarte das Bündnis bedingt durch den Zyklon in Birma wieder höhere Einnahmen.
Rupert Graf Strachwitz, Beirat von Transparency International, lobte Zusammenschlüsse von Hilfsorganisationen wie im Fall der «Aktion Deutschland Hilft» als gute Möglichkeit, die Qualität von Hilfseinsätzen zu sichern. Nicht jede Organisation sei geeignet, in jeder Situation zu helfen. Andererseits sei es gut, dass es eine Vielfalt von Hilfsorganisationen gebe. Wenn diese ihre Fähigkeiten bündelten, mache dies die Hilfe effektiver.
Strachwitz forderte als Konsequenz aus der Affäre um die deutsche Sektion des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, gesetzliche Vorgaben für Inhalt und Abfassung der Jahresberichte von Hilfsorganisationen zu schaffen. Derzeit könne jede Organisation selbst Richtlinien entwickeln und entscheiden, inwieweit sie ihre Finanzen offen legen wolle. «Viele Organisationen verwechseln den Jahresbericht mit einer Werbeaktion», kritisierte Strachwitz.
Er bescheinigte UNICEF, seit dem Skandal seine Transparenz deutlich verbessert zu haben. Der jüngste Geschäftsbericht unterscheide sich im Vergleich zum vorangegangenen «wie Tag und Nacht». Während früher nur vage Angaben gemacht worden seien, würden nun konkrete Zahlen und Beispiele genannt.
Aktion Deutschland Hilft erhält als erstes Bündnis Spendensiegel
Lob für Transparenz
Die "Aktion Deutschland Hilft" hat als erstes Bündnis von Hilfsorganisationen das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) erhalten. Transparenz sei der Aktion seit ihrer Gründung 2001 besonders wichtig, sagte Geschäftsführerin Manuela Roßbach am Dienstag in Bonn bei der Vorstellung des Geschäftsberichts 2007. Deshalb fließe ein Prozent der Spendeneinnahmen in die unabhängige Überprüfung von Projekten sowie in Maßnahmen zur Qualitätssicherung.
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