Versorgung sichern - Arbeitslose qualifizieren

Doppelter Bonus

Was macht man mit jemandem, der über Jahre hinweg keiner geregelten Arbeit nachgegangen ist? Vor fünf Jahren in in Stuttgart ein neues Vermittlungskonzept entwickelt worden und expandiert seit dem in ganz Baden Württemberg. Die Bonus-Supermärkte bieten Einkaufsmöglichkeiten in Kommunen, aus denen sich Lidl, Aldi und Co. zurück gezogen haben. Gleichzeitig werden Langzeitarbeitslose wieder für den normalen Arbeitsmarkt fit gemacht. Auch Kommunen in anderen Bundesländern haben Interesse signalisiert.

 (DR)

In den Bonus-Supermärkten sind bis auf wenige Ausnahmen nur Hartz-IV-Empfänger beschäftigt, erläutert Manfred Kaul, Geschäftsführer der Bonus-Märkte das Konzept. Er betont vor allem die "marktidentischen" Bedingungen in den Betrieben.

In den Bonus-Supermärkten sollen die dort angestellten Langzeitarbeitslosen wieder für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Sie lernen morgens aufstehen, regelmäßig zu arbeiten, auf Menschen zu zugehen und Verantwortung zu übernehmen. Fähigkeiten, die bei vielen Langzeitarbeitslosen verloren gegangen sind. Nach und nach folgen dann fachspezifische Kenntnisse.

Ein ganz normaler Supermarkt?
Wir werben nicht mit dem sozialen Konzept hinter den Bonus-Märkten, erläutert Manfred Kaul. Er möchte nicht, dass die Leute im Markt stigmatisiert werden. "Wir wollen Normalität und für unsere Teinehmer Marktnähe." Am liebsten wäre es dem Geschäftsführer, die Kunden würden den Unterschied zu einem herkömmlichen Supermarkt gar nicht bemerken. Vermutlich auch durch die große Ähnlichkeit seiner Märkte zu klassischen Supermärkten konnte Manfred Kaul die Vermittlungsquote von sonst durchschnittlich 20 Prozent auf 25 Prozent steigern.

Da Bonus ausschließlich dort Filialen eröffnet, wo es sich für andere Geschäfte nicht rechnet, kooperieren die großen Supermarktketten mit Bonus. Das ist  wichtig, denn Aldi, Rewe, Edeka und Co sind ja auch mögliche Arbeitgeber für die Menschen, die sich in den Bonusmärkten qualifizieren.