Als Beispiel nannte Hofmann die Chorfenster des Kölner Doms, die zu zwei Dritteln abstrakt seien, weil die «Unausdeutbarkeit des Himmels keine figurale Gerinnung zuließ». Der Bischof erklärte, christliche Kultur solle auf Gott und seinen Heilswillen zurückverweisen. Das bedeute aber nicht, dass nur ein bestimmter Stil oder nur figurale Kunst ihren Platz in der Kirche hätten.
Hofmann sprach im Kölner Domforum über das Thema «Das Christentum gibt der Kultur ihren Glanz zurück». Er war früher Künstlerseelsorger und Weihbischof im Erzbistum Köln. Ein abstraktes Fenster des zeitgenössischen Künstlers Gerhard Richter im Dom hatte 2007 eine Debatte über solche Werke in Gotteshäusern ausgelöst.
Bischof Hofmann: Abstrakte Kunst hat Platz in der Kirche - Ehemaliger Kölner Weihbischof im domradio-Interview
"Das Christentum gibt der Kultur ihren Glanz zurück"
Abstrakte Kunst hat nach Auffassung des Würzburger katholischen Bischofs Friedhelm Hofmann auch in Kirchen ihren Platz. Sie könne etwas «vom Dreiklang des Wahren, Guten und Schönen» aufleuchten lassen, sagte er am Dienstagabend in Köln. Das bezeugten schon mittelalterliche Kirchenfenster, die bewusst abstrakt gestaltet worden seien, so der promovierte Kunsthistoriker. domradio-Chefedakteur traf den ehemaligen Kölner Weihbischof zum Interview über Kunst und die neuen Aufgaben in Würzburg.
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