Der schulische Erfolg von Migrantenkindern hängt einer Studie zufolge nicht nur von ihren Sprachkenntnissen ab, sondern in hohem Maß auch vom Vertrauen der Lehrer in ihre Fähigkeiten. Zu geringe Erwartungen an die Jungen und Mädchen führten zu schlechteren Leistungen, erläuterten Mitarbeiter des Wissenschaftszentrums Berlin am Montag in Berlin. Je niedriger die Messlatte bei Migrantenkindern gelegt werde, um so wahrscheinlicher seien nachlassende Leistungen in der Schule.
Kinder nicht als dumm ansehen
Kinder aus Migrantenfamilien und unteren sozialen Schichten reagieren der Studie zufolge besonders empfindlich auf die oft geringen Erwartungen der Lehrer. Wenn Kinder aufgrund ihrer Herkunft als dumm angesehen würden, könnten die Noten deutlich beeinträchtigt werden, sagte die Autorin der Studie, Janet Schofield. Die Motivation nehme ab, ebenso die Bereitschaft, sich Herausforderungen zu stellen.
Gute und schlechte Schüler sollen zusammen lernen
Laut der Untersuchung ist es für schlechtere Schüler am besten, wenn sie mit guten Schülern zusammen lernen. "Die Leistungen der schwachen Schüler steigen dann dramatisch", sagte Schofield, die Psychologie-Professorin an der Universität Pittsburgh, USA, ist.
Schwächere Schüler hätten jedoch schlechtere Noten, wenn Kinder auf verschiedene Schulformen oder auf Kurse mit unterschiedlichen Leistungsniveaus verteilt würden. Dies gelte besonders für Migrantenkinder, weil sie überproportional häufig auf die Hauptschule gehen.
Die Arbeitsstelle "Interkulturelle Konflikte und gesellschaftliche Integration" des Wissenschaftszentrums empfahl, Unterrichtsmethoden des kooperativen Lernens und eine ausgewogene Zusammensetzung der Klassen gezielt zu fördern.
(epd)
Studie: Geringe Erwartungen hemmen die Leistungen von Migrantenkindern
Die Messlatte hoch legen
Der schulische Erfolg von Migrantenkindern hängt einer Studie zufolge nicht nur von ihren Sprachkenntnissen ab, sondern in hohem Maß auch vom Vertrauen der Lehrer in ihre Fähigkeiten. Zu geringe Erwartungen an die Jungen und Mädchen führten zu schlechteren Leistungen, erläuterten Mitarbeiter des Wissenschaftszentrums Berlin am Montag in Berlin.
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