Kindsmorde: NRW-Familienminister Laschet verweist auf bestehende Projekte

Kritik an Bundesfamilienministerin von der Leyen

Nach den jüngsten Todesfällen von misshandelten Kindern fordert der nordrhein-westfälische Familienminister Armin Laschet (CDU) eine zügige, flächendeckende Einrichtung von sozialen Frühwarnsystemen. „Es ist das Gebot der Stunde, dass man die vorhandenen Erkenntnisse nutzt und eine flächendeckende Umsetzung anstrebt", sagte Laschet der Tageszeitung „Die Welt".  Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte angekündigt, ein Programm über zehn Millionen Euro für soziale Frühwarnsystemen in fünf norddeutschen Städten bereitzustellen.

 (DR)

Nach den jüngsten Todesfällen von misshandelten Kindern fordert der nordrhein-westfälische Familienminister Armin Laschet (CDU) eine zügige, flächendeckende Einrichtung von sozialen Frühwarnsystemen. „Es ist das Gebot der Stunde, dass man die vorhandenen Erkenntnisse nutzt und eine flächendeckende Umsetzung anstrebt", sagte Laschet der Tageszeitung „Die Welt".  Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte angekündigt, ein Programm über zehn Millionen Euro für soziale Frühwarnsystemen in fünf norddeutschen Städten bereitzustellen. Die Umsetzung sei zu langsam, kritisierte Laschet.

NRW als Vorreiter
Das Programm bestehe schon seit Beginn der Legislaturperiode und werde immer wieder neu verkauft. „Wir brauchen keine neuen Modellprojekte und neue wissenschaftliche Untersuchungen, sondern müssen die vorhandenen praktikablen Ideen erweitern und ergänzen."

Nordrhein-Westfalen nehme eine „Vorreiterrolle" ein, da dort bereits 34 soziale Frühwarnsysteme etabliert seien, sagte Laschet. Eine Erprobung habe es schon vor einigen Jahren gegeben. Zudem habe die schwarz-gelbe Landesregierung inzwischen 251 „Familienzentren" mit Kindergärten und Beratungsangeboten eingerichtet.

Laschet forderte, dass von der Leyen „kurzfristig die Familien- und Jugendminister zu einer Konferenz einberuft und eine Bestandsaufnahme macht, um zu ermitteln, was die Bundesländer im Bereich der sozialen Frühwarnsysteme umgesetzt haben. Ein bundesweiter Überblick wäre hilfreich", sagte Laschet. Die Bundesministerin lasse „außer Acht, was es in den Ländern gibt." Dadurch würde der Eindruck vermittelt, man fange jetzt erst an, sich um die Problematik zu kümmern.