Sachsen baut digitalen katholischen Religionsunterricht aus

Ergebnisse zeigen hohe Qualität

Das sächsische Kultusministerium und das Bistum Dresden-Meißen ziehen eine erste positive Bilanz des Religionsunterrichts per Videokonferenz und Selbstlernen. Ab dem kommenden Schuljahr soll das Angebot ausgeweitet werden.

In Thüringen teils erprobt: Religionsunterricht zu Hause / © Gorlov-KV (shutterstock)
In Thüringen teils erprobt: Religionsunterricht zu Hause / © Gorlov-KV ( shutterstock )

Das Bistum Bistum Dresden-Meißen und das sächsische Kultusministerium bauen das Angebot eines hybriden katholischen Religionsunterrichts aus. So können Jugendliche auch dann am katholischen Religionsunterricht teilnehmen, wenn die Zahl der Schülerinnen und Schüler in einer Klassenstufe zu klein ist.

Nach ersten positiven Erfahrungen mit "KathReliOnline" in den Klassenstufen 9 und 10 soll er ab dem kommenden Schuljahr zudem als aufwachsender Grundkurs in der Jahrgangsstufe 11 angeboten werden, wie Bistum und Ministerium am Montag in Dresden ankündigten. Die aktuelle Lerngruppe im laufenden Schuljahr setzt sich den Angaben zufolge aus 14 Schülerinnen und Schülern aus ganz Sachsen zusammen.

Bischof Heinrich Timmerevers / © Dominik Wolf (KNA)
Bischof Heinrich Timmerevers / © Dominik Wolf ( KNA )

Bischof Heinrich Timmerevers sprach von einem zeitgemäßen, modernen Format: "Als katholische Kirche freuen wir uns sehr, dass dieses neue Modell des Religionsunterrichts nun Schule in Sachsen macht. Die Erfahrungen sind ermutigend: Die bisherigen Ergebnisse bilden eine hohe Qualität ab."

Flexibel, selbstständig und digital

Kultusminister Conrad Clemens (CDU) ergänzte: "Schülerinnen und Schüler können so auch an kleinen Schulen am katholischen Unterricht teilnehmen. Sie lernen flexibel, selbstständig und digital unterstützt. Dieses Angebot zeigt beispielhaft, welchen Mehrwert kluge Digitalisierung an Schulen haben kann."

Das hybride Format sieht in der Praxis so aus: Der katholische Religionsunterricht wird im Wechsel von Selbstlernzeiten und virtuellen Präsenzphasen per Videokonferenz durchgeführt. In den Selbstlernphasen arbeiten die Schülerinnen und Schüler parallel zum regulären Ethik- oder evangelischen Religionsunterricht. Im Stundenplan findet sich dafür wöchentlich je eine Doppelstunde.

Im benachbarten Thüringen gibt es bereits seit mehreren Jahren ein ähnliches Angebot in Kooperation mit dem Bistum Erfurt.

Bistum Dresden-Meißen

Das katholische Bistum Dresden-Meißen liegt in Sachsen und im Osten Thüringens. In seinen 37 Pfarrgemeinden leben aktuell rund 124.700 Katholiken, etwa drei Prozent der Bevölkerung. Nur in den Siedlungsgebieten der sorbischsprachigen Minderheit in der Oberlausitz gibt es einen höheren Katholikenanteil.

Die historischen Wurzeln des Bistums reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück. Das alte Bistum Meißen wurde 968 gegründet. Im Zuge der Reformation ging es unter. 

Blick auf die Hofkirche in Dresden / © Anton Kudelin (shutterstock)
Blick auf die Hofkirche in Dresden / © Anton Kudelin ( shutterstock )
Quelle:
epd