Papst Leo XIV. dankt Müttern und verurteilt Gewalt

Muttertag und Friedensappell

Papst Leo XIV. erinnert zum Muttertag an seine eigene Mutter, dankt Helfern auf den Kanaren und mahnt Frieden in der Sahelzone an. Zudem wirbt er für mehr Nähe zwischen katholischer und koptischer Kirche weltweit.

 © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA (KNA)
© Vatican Media/Romano Siciliani/KNA ( KNA )

Zum Muttertag widmete der Papst allen Müttern weltweit einen "besonderen Gedanken". Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz rief er dazu auf, "mit Zuneigung und Dankbarkeit für jede Mutter zu beten, besonders für jene, die unter besonders schwierigen Bedingungen leben“. Die eigene Mutter des Papstes, Mildred Martínez, habe ihn in seinem Glauben und seinem Wunsch nach einer geistlichen Berufung stark geprägt und unterstützt. Sie starb 1990 in Chicago, war tief im katholischen Gemeindeleben verwurzelt und arbeitete als Bibliothekarin. 

Zugleich dankte Leo XIV. den Menschen auf den Kanarischen Inseln für ihre Gastfreundschaft nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius". Das Schiff war am Sonntagmorgen in Teneriffa angekommen, nachdem es an Bord mehrere Todesfälle gegeben hatte. Der Papst würdigte die Bereitschaft der Inselbewohner, die betroffenen Passagiere aufzunehmen und zu unterstützen. 

Mit Blick auf seine geplante Spanienreise Anfang Juni kündigte Leo XIV. zudem seine Vorfreude auf den Besuch der Kanarischen Inseln an. Geplant ist unter anderem eine Messe im Hafen von Santa Cruz de Tenerife.

Sorge über Sahelzone

Mit Sorge äußerte sich das Kirchenoberhaupt zur Sicherheitslage in der Sahelzone. Nach den jüngsten Terrorangriffen im Tschad und in Mali versicherte er den Betroffenen seine Nähe und seine Gebete. "Ich versichere euch meiner Gebete für die Opfer und meiner Verbundenheit mit allen, die leiden", sagte Leo XIV. Zugleich appellierte er an die Verantwortlichen, die Gewaltspirale in der Region zu durchbrechen. Er unterstütze alle Bemühungen um Frieden, Stabilität und Entwicklung in den betroffenen Ländern. Die Sahelzone leidet seit Jahren unter islamistischem Terror, bewaffneten Konflikten und politischen Krisen.

Darüber hinaus erinnerte der Papst an den Tag der koptisch-katholischen Freundschaft, der jährlich am 10. Mai begangen wird. Er sandte dem koptischen Patriarchen Tawadros II einen "brüderlichen Gruß" und versicherte der gesamten koptischen Kirche sein Gebet. Leo XIV. erklärte, er hoffe, "dass unser Weg der Freundschaft uns zur vollkommenen Einheit in Christus führt, der uns Freunde genannt hat".

Bedeutendes Datum der koptisch-katholischen Freundschaft

Der Gedenktag erinnert an das historische Treffen zwischen Papst Franziskus und Tawadros II. am 10. Mai 2013 im Vatikan. Zugleich verweist das Datum auf ein weiteres bedeutendes Ereignis der Kirchengeschichte: Bereits am 10. Mai 1973 waren erstmals ein Papst und ein koptisch-orthodoxer Patriarch in Rom zusammengekommen. Die koptisch-orthodoxe Kirche zählt weltweit bis zu elf Millionen Gläubige, die meisten von ihnen leben in Ägypten.

Angelus- und Regina caeli-Gebet im Wortlaut

Das Angelusgebet

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, / und sie empfing vom Heiligen Geist.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. / Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; / mir geschehe nach deinem Wort.

Gegrüßet seist du, Maria …

Und das Wort ist Fleisch geworden / und hat unter uns gewohnt.

 © Oliver Weiken (dpa)
© Oliver Weiken ( dpa )
Quelle:
KNA