Die Katholische Elternschaft Deutschlands (KED) hat den deutschen Bischöfen einen Rückzug aus Bildung und Schule sowie einen schlechten Umgang mit ehrenamtlich Engagierten vorgeworfen. Wenige Tage vor dem Katholikentag in Würzburg erklärte der Verband, zwischen öffentlichen Bekenntnissen zur Bedeutung von Bildung und Ehrenamt und dem tatsächlichen Handeln der Bischöfe bestehe ein Widerspruch.
Hintergrund der Kritik ist nach Angaben der KED eine Entscheidung des Verbands der Diözesen Deutschlands (VDD) vom Juli 2025. Demnach sei dem Elternverband angekündigt worden, binnen eines Jahres sämtliche Zuschüsse zu streichen. Zugleich habe es die Aussicht auf Übergangsgelder für langfristige Projekte gegeben.
Die KED erklärte, ihre ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder hätten daraufhin "hunderte Arbeitsstunden" in eine Transformation investiert. Im April 2026 sei jedoch die endgültige Absage erfolgt. Auch für die ausgearbeiteten Konzepte gebe es "keinen einzigen Euro". Bundesvorsitzende Anne Embser kritisierte: "So geht man nicht mit Menschen um, die sich freiwillig in der Kirche engagieren."
Die KED wirft den Bischöfen zudem vor, entgegen ihrer Aussagen zur synodalen Kirche den Dialog mit Verbänden zu verweigern. Embser sprach von einem "vorgestrigen Ehrenamtsverständnis". Die Vorstellung, dass katholische Verbände ohne hauptamtliche Unterstützung auskämen, sei "weltfern".
Rückzug der Kirche aus dem Bildungsbereich?
Mit Blick auf den bevorstehenden Katholikentag forderte der Verband die katholischen Laien auf, die Entwicklung im Verbandswesen zu diskutieren. Die Zeichen mehrten sich sowohl auf Bundes- als auch auf Bistumsebene, dass Bischöfe das Verbandswesen zurückdrängten.
Besonders kritisch bewertet die KED nach eigenen Angaben den Rückzug der Kirche aus dem Bildungsbereich. Verbände aus diesem Bereich seien von existenzgefährdenden Einschnitten betroffen. Gleichzeitig verliere der VDD Bildung und Schule strukturell aus dem Blick, obwohl deren Bedeutung öffentlich immer wieder hervorgehoben werde.
Die KED betonte, ihre Mitglieder engagierten sich weiterhin auf Diözesan-, Landes- und Bundesebene in schulischen Gremien und gesellschaftlichen Debatten. Der Bundesverband wolle seine künftige Arbeit nun "ab sofort ohne Bischöfe" beraten.
Auf Grund sinkender Mitgliederzahlen und eines dadurch erwartbaren Rückgangs der Einnahmen durch Kirchensteuern hatten die Bischöfe Sparmaßnahmen angekündigt. Ziel ist ein ausgeglichener Haushalt für das Jahr 2027. Der bisherige Haushalt des VDD, der durch Umlagen aller 27 Bistümer getragen wird, umfasst 129 Millionen Euro. Eingespart werden sollen demnach rund acht Millionen Euro.