Wochenimpuls

Erneuerbare Energien

Inzwischen ist der Blick auf die Tankanzeige im Auto für uns alle zum Schreckensmoment geworden. Die Preise an den Zapfsäulen steigen und steigen, wenn auch inzwischen nur einmal am Tag. Das Portemonnaie zeigt sich diesem Wucher nicht gewachsen. Vermutlich wird sich dieser Zustand für lange Zeit auch nicht verändern. Da bekommt dann das Stichwort von den "Erneuerbaren Energien" wieder eine neue Notwendigkeit, wenn weltweit nicht nur eine Ölkrise, sondern eine Krise der Energieressourcen insgesamt drohen. 

Natürlich ist eine verbale Bekehrung zu "Erneuerbaren Energien" noch nicht die Lösung unserer akuten Probleme an der Tankstelle. Das werden Sie sich sicherlich auch gerade denken! Das Wort "Erneuerbare Energie" inspiriert mich aber noch ganz anders. Mir scheint: Vielleicht können wir von unserem Glauben her einen eigenen und energiegeladenen Beitrag geben zu diesem Stichwort "Erneuerbare Energie". Wir als Christinnen und Christen berufen uns ja nicht nur auf die materiellen und sichtbaren Energien, sondern auf geistige und geistliche Kräfte.

Eine grundlegende Kraftquelle drückt das Wort GNADE aus. Die Gnade Gottes ist ein Geschenk an uns, das immer da ist. Dieses Geschenk können wir empfangen und sehen: Die Gnade Gottes erneuert sich immer, jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde. Das hat mit unserem Glauben zu tun:

• Gott ist da für uns, wenn niemand für uns da ist.
• Gott bleibt, wenn wir es mit uns selbst nicht mehr aushalten.

Die Gnade Gottes, sein Dasein für uns, ist umsonst. Allerdings kann sie nicht in einem Speicher angesammelt werden. Die Investition, die wir aus unserem inneren Portemonnaie leisten müssen, ist allein das JA zu diesem Geschenk Gottes an uns.

Ich wünsche uns allen heute ein solches uneingeschränktes JA zu dieser "Geistlichen Energie" der Gnade Gottes an den Zapfsäulen unserer Herzen.

Ihr
Rainer Woelki,
Erzbischof von Köln