Mittelalterliche Namenspatronin zieht hunderte Utas nach Naumburg

Rundes Uta-Treffen

Der Name Uta vereint an diesem Wochenende rund 200 Frauen und Mädchen aus aller Welt. Zum zehnten Uta-Treffen reisen sie nach Naumburg an den weltberühmten Dom, der mit der Stifterfigur ihrer Namenspatronin verbunden ist.

Teilnehmer des Uta-Treffens stellen sich im Westflügel des Naumburger Doms zum Gruppenfoto auf. Beim 10. Uta-Treffen der Namenspaten der Stifterfigur Uta von Ballenstedt kamen 240 Teilnehmer zusammen.  / © Heiko Rebsch/dpa (dpa)
Teilnehmer des Uta-Treffens stellen sich im Westflügel des Naumburger Doms zum Gruppenfoto auf. Beim 10. Uta-Treffen der Namenspaten der Stifterfigur Uta von Ballenstedt kamen 240 Teilnehmer zusammen. / © Heiko Rebsch/dpa ( dpa )

Der Naumburger Dom ist weltberühmt und nicht grundlos UNESCO-Weltkulturerbe. Rund 150.000 Menschen besuchen jährlich den spätromanisch-frühgotischen Dom, der vor allem für seine zwölf Stifterfiguren bekannt ist. Die berühmteste ist die Figur der Markgräfin Uta von Ballenstedt (um 1000–1046), die als „schönste Frau des Mittelalters“ gilt.

Namensgeberin des Uta-Treffens ist die berühmte Stifterfigur der Markgräfin Uta von Ballenstedt (um 1000-1046) aus dem Naumburger Dom. Die weltbekannte Statue ist eine von zwölf Plastiken, die der sogenannte Naumburger Meister, ein bis heute unbekannter Steinbildhauer, um die Mitte des 13. Jahrhunderts im Westchor des Doms geschaffen hat. / © Heiko Rebsch/dpa  (dpa)
Namensgeberin des Uta-Treffens ist die berühmte Stifterfigur der Markgräfin Uta von Ballenstedt (um 1000-1046) aus dem Naumburger Dom. Die weltbekannte Statue ist eine von zwölf Plastiken, die der sogenannte Naumburger Meister, ein bis heute unbekannter Steinbildhauer, um die Mitte des 13. Jahrhunderts im Westchor des Doms geschaffen hat. / © Heiko Rebsch/dpa ( dpa )

Ein besonderer Anlass führt jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher zusätzlich nach Naumburg: das sogenannte Uta-Treffen, das der berühmten Stifterfigur gewidmet ist. Rund 200 Frauen und Mädchen haben auch in diesem Jahr wieder die Stifterfigur in Naumburg besucht. Die meisten von ihnen heißen ebenfalls Uta. Willkommen bei dem Treffen sind übrigens nicht nur Utas: Wie in den Vorjahren sind unter den Gästen auch Personen mit den Namen der weiteren Stifterfiguren – wie Hermann, Konrad, Dietmar, Ekkehard, Thimo und Wilhelm, aber auch Gepa, Gerburg, Syzzo, Berchta und Reglindis.


Utas aus der ganzen Welt

Anfangs kamen eher Menschen aus der Region, doch die Popularität der Veranstaltung hat zugenommen. Über die Jahre waren mittlerweile mehr als 1.000 Utas aus Jamaika, Spanien und den USA dabei. Die jüngste Teilnehmerin war ein Jahr alt und kam mit ihrer Oma Uta. In diesem Jahr reisten rund 240 Utas nach Naumburg.

Die Utas unternehmen gemeinsam Dom- und Stadtführungen und tauschen sich persönlich aus. Neben der feierlichen Eröffnung und dem Gruppenfoto gibt es einen weiteren besonderen Moment: wenn die Stifterfiguren von ihren Sockeln steigen, um die Utas zu begrüßen. Die Figuren werden von Bürgerinnen und Bürgern verkörpert, die sich auch zum Stadtfest im Juni in festliche Gewänder kleiden und als Uta, Ekkehard, Dietmar, Hermann, Reglindis und andere einen Umzug gestalten.

Was wissen wir über Uta?

Über die historische Markgräfin Uta, eine Adelige des 11. Jahrhunderts aus dem Geschlecht der Askanier in Ballenstedt, ist nicht viel mehr bekannt, als dass sie mit Ekkehard II., Markgraf von Meißen, verheiratet war. Da das Ehepaar keine Nachkommen hatte, floss ihr Vermögen als Stiftung in einen Vorgängerbau des Naumburger Doms. Deshalb stehen die beiden – und zehn weitere Figuren – im Westchor des Doms, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Heute ist der Dom eine Einrichtung der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg sowie des Kollegiatstifts Zeitz. 

Uta-Treffen in Naumburg

Beim 9. Uta-Treffen im Naumburger Dom kommen zahlreiche Namensvetterinnen und -vetter der Stifterfiguren zusammen. Wie die Vereinigten Domstifter am Mittwoch in Naumburg mitteilten, sind alle Namensträger eingeladen, an dem mehrtägigen Programm vom 19. bis 21. April teilzunehmen. Eröffnet wird die Veranstaltung auf dem Domplatz. Dabei sollen die Stifterfiguren symbolisch von ihren Sockeln steigen, hieß es.

Naumburger Dom / © tilialucida (shutterstock)
Quelle:
dpa , DR

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