Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" hat vor einer Zunahme von Malaria-Todesfällen bei Kindern gewarnt. "Andauernde und immer wieder aufflammende Kriege und Konflikte sowie die weltweiten Klimaveränderungen verschlechtern die Gesundheitsversorgung von Kindern in Ländern der Einen Welt enorm. Das zeigt sich auch an den seit einigen Jahren wieder ansteigenden Malariafällen, die besonders Kinder betreffen", sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks, anlässlich des Weltmalariatages.
"Kinder haben ein Recht auf medizinische Versorgung. Mit den richtigen Medikamenten, einer rechtzeitigen Behandlung und zum Teil sehr kostengünstigen Maßnahmen wie Moskitonetze ließen sich viele Malaria-Todesfälle vermeiden", sagte Bingener weiter. Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" fördert verschiedene Gesundheitsprojekte und -einrichtungen, bei denen die Prävention und Therapie von Malaria fester Bestandteil sind, unteranderem im Südsudan, Äthiopien und Ghana.
"Jetzt müssen wir es tun"
Unter dem Motto "Mit Entschlossenheit gegen Malaria: Jetzt können wir es schaffen. Jetzt müssen wir es tun." startet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die diesjährige Kampagne zum Weltmalariatag. Die WHO ist im Kampf gegen die Krankheit Malaria optimistisch, sieht jedoch ebenfalls noch Probleme. "Zum ersten Mal ist es eine reale Möglichkeit, Malaria noch zu unseren Lebzeiten zu besiegen", berichtet sie.
"Die Chancen standen noch nie so gut." Es stünden immer mehr Lösungen zur Verfügung, etwa neue Impfstoffe, neue Behandlungsmethoden und bahnbrechende Technologien wie die genetische Veränderung von Mücken. Allerdings betonen sie, die drastische Kürzung von Entwicklungshilfe und neue Herausforderungen. Beispielsweise die wachsenden Resistenzen des Malaria-Erregers gegen Medikamente und die Ausbreitung der Malaria-Mücke "Anopheles stephensi" aus Indien in Afrika.
Hunderttausende Kinder starben 2024 an Malaria
95 Prozent aller Malariaerkrankungen und -todesfälle passieren in Afrika. 2024 wurden dort 265 Millionen Erkrankungen gemeldet und 579.000 Todesfälle. Kinder unter fünf Jahren machten 75 Prozent der Todesfälle aus. Inzwischen werden aber Millionen Kinder unter fünf Jahren gegen Malaria geimpft oder erhalten in der Mückensaison vorbeugende Medikamente. Laut dem Kindermissionswerk sind vor allem die Krisenländer Äthiopien und Yemen, aber auch Madagaskar und Ruanda betroffen. Andauernde Konflikte oder die spürbaren Folgen des Klimawandels würden dort die Gesundheitsversorgung von Mädchen und Jungen verschlechtern, so das Hilfswerk. Hinzu käme, dass der Rückzug von USAID und die Kürzung der Entwicklungshilfe-Mittel einen besonderen Druck auf Programme zur Bekämpfung von Malaria, HIV und Tuberkulose ausübe.
Malaria ist eine lebensbedrohliche Krankheit, wenn sie nicht behandelt wird, wie die WHO berichtet. Sie wird durch bestimmte Mückenarten auf Menschen übertragen. Auslöser ist ein Parasit. Milde Symptome sind Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Es kann aber auch zu Verwirrtheit, Krampfanfällen und Atembeschwerden führen.