Kindermissionswerk warnt vor einer Zunahme von Malaria-Todesfällen

Verschlechterte Gesundheitsversorgung

Anlässlich des Weltmalariatages hat das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" vor einer Zunahme von Malaria-Todesfällen bei Kindern gewarnt. Grund dafür seien unter anderem die drastischen Kürzungen von Entwicklungshilfen.

Moskitonetz gegen Malaria / © Epa Morrison (dpa)
Moskitonetz gegen Malaria / © Epa Morrison ( dpa )

Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" hat vor einer Zunahme von Malaria-Todesfällen bei Kindern gewarnt. "Andauernde und immer wieder aufflammende Kriege und Konflikte sowie die weltweiten Klimaveränderungen verschlechtern die Gesundheitsversorgung von Kindern in Ländern der Einen Welt enorm. Das zeigt sich auch an den seit einigen Jahren wieder ansteigenden Malariafällen, die besonders Kinder betreffen", sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks, anlässlich des Weltmalariatages. 

Überträger der Malaria-Erreger (dpa)
Überträger der Malaria-Erreger / ( dpa )

"Kinder haben ein Recht auf medizinische Versorgung. Mit den richtigen Medikamenten, einer rechtzeitigen Behandlung und zum Teil sehr kostengünstigen Maßnahmen wie Moskitonetze ließen sich viele Malaria-Todesfälle vermeiden", sagte Bingener weiter. Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" fördert verschiedene Gesundheitsprojekte und -einrichtungen, bei denen die Prävention und Therapie von Malaria fester Bestandteil sind, unteranderem im Südsudan, Äthiopien und Ghana.

"Jetzt müssen wir es tun"

Unter dem Motto "Mit Entschlossenheit gegen Malaria: Jetzt können wir es schaffen. Jetzt müssen wir es tun." startet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die diesjährige Kampagne zum Weltmalariatag. Die WHO ist im Kampf gegen die Krankheit Malaria optimistisch, sieht jedoch ebenfalls noch Probleme. "Zum ersten Mal ist es eine reale Möglichkeit, Malaria noch zu unseren Lebzeiten zu besiegen", berichtet sie.

"Die Chancen standen noch nie so gut." Es stünden immer mehr Lösungen zur Verfügung, etwa neue Impfstoffe, neue Behandlungsmethoden und bahnbrechende Technologien wie die genetische Veränderung von Mücken. Allerdings betonen sie, die drastische Kürzung von Entwicklungshilfe und neue Herausforderungen. Beispielsweise die wachsenden Resistenzen des Malaria-Erregers gegen Medikamente und die Ausbreitung der Malaria-Mücke "Anopheles stephensi" aus Indien in Afrika.

Hunderttausende Kinder starben 2024 an Malaria

95 Prozent aller Malariaerkrankungen und -todesfälle passieren in Afrika. 2024 wurden dort 265 Millionen Erkrankungen gemeldet und 579.000 Todesfälle. Kinder unter fünf Jahren machten 75 Prozent der Todesfälle aus. Inzwischen werden aber Millionen Kinder unter fünf Jahren gegen Malaria geimpft oder erhalten in der Mückensaison vorbeugende Medikamente. Laut dem Kindermissionswerk sind vor allem die Krisenländer Äthiopien und Yemen, aber auch Madagaskar und Ruanda betroffen. Andauernde Konflikte oder die spürbaren Folgen des Klimawandels würden dort die Gesundheitsversorgung von Mädchen und Jungen verschlechtern, so das Hilfswerk. Hinzu käme, dass der Rückzug von USAID und die Kürzung der Entwicklungshilfe-Mittel einen besonderen Druck auf Programme zur Bekämpfung von Malaria, HIV und Tuberkulose ausübe. 

Malaria ist eine lebensbedrohliche Krankheit, wenn sie nicht behandelt wird, wie die WHO berichtet. Sie wird durch bestimmte Mückenarten auf Menschen übertragen. Auslöser ist ein Parasit. Milde Symptome sind Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Es kann aber auch zu Verwirrtheit, Krampfanfällen und Atembeschwerden führen.

Malaria

Malaria ist eine tropentypische Krankheit und weltweit eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten. Mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung leben in einem Gebiet, in dem Malaria endemisch ist, also regelmäßig und häufig auftritt. Zudem ist Malaria die tropentypische Krankheit, die am stärksten nach Europa eingeschleppt wird. In Deutschland werden jährlich rund 500 importierte Malariafälle erfasst, immer wieder kommt es dabei zu Todesfällen.

Überträger der Malaria-Erreger (dpa)
Überträger der Malaria-Erreger / ( dpa )
Quelle:
dpa , DR

Die domradio- und Medienstiftung

Unterstützen Sie lebendigen katholischen Journalismus!

Mit Ihrer Spende können wir christlichen Werten eine Stimme geben, damit sie auch in einer säkulareren Gesellschaft gehört werden können. Neben journalistischen Projekten fördern wir Gottesdienstübertragungen und bauen über unsere Kanäle eine christliche Community auf. Unterstützen Sie DOMRADIO.DE und helfen Sie uns, hochwertigen und lebendigen katholischen Journalismus für alle zugänglich zu machen!

Hier geht es zur Stiftung!